Wille

Der menschliche Wille ist in der Psychologie ein deskriptives Konstrukt, das im Gegensatz zum Trieb eine bewusste Entscheidung zum Handeln voraussetzt. Er wird in der Psychologie vor allem mit rationalem Handeln (im Gegensatz zum affektgesteuertem Handeln) und der Intelligenz in Verbindung gebracht.

1. Definition
„Als Wille bezeichnet man (philosophisch) de dem bewussten Handeln zugrunde liegende «Fähigkeit», sich bewußt aufgrund von Beweggründen (Motiven) für einen bestimmten Handlungsweg oder eine bestimmte Handlungsart zu entscheiden“ (Fröhlich, 1993, S. 433).

2. Definition
Dieser Begriff beschreibt die bewusste Entscheidung etwas zu erreichen. In der modernen Psychologie werden Wille und Absicht oft nur als Teil der Motivation gesehen. Außerdem geht die Psychologie davon aus, dass jeder Mench Opfer seiner Erziehung ist. Auch kulturell gesehen ist der Wille wichtig. Die Viktorianer zum Beispiel glaubten an Willenskraft und waren überzeugt mit dieser alles erreichen zu können (vgl. Cohen, 1995, S. 343).

3. Definition
Das Bestreben, eine bestimmte Handlung auszuführen, wird als Wille bezeichnet. Es ist ein seelischer Vorgang, der auf die Verwirklichung eines vorgestellten Erfolgs gerichtet ist. Dabei wird das Ich als Ursache dieses Verhaltens erlebt. Ganz wichtig ist dabei der Entschluss, der auf psychischen Vorgängen und Motiven emotionaler Natur beruht. Auf den Entschluss folgt die Willenshandlung bei der zwischen Triebhandlung (nur ein Motiv vorhanden) und Wahlhandlungen (Auswahl unter mehreren Motiven) unterschieden wird (vgl. Häcker & Stampf, 1998, S. 950, 951).

4. Definition
Unter dem Begriff Wille versteht man die im Handeln zum Ausdruck kommende Fähigkeit der persönlichen Selbstbestimmung. Man übernimmt Verantwortung für sein Handeln. Daher muss für den Willensakt ein Maß von Wachheit und Einsicht vorausgesetzt werden. Der Handlungsvollzug kann sich zeitlich weit vom Entschluss absetzen (vgl. Hehlmann, 1967, S. 575,576).

5. Definition
„Ein erlebnismäßig und funktional unterscheidbarer Teilprozeß motivierten, zielgarichteten Handelns und der dem Handeln vorgeschalteten Entscheidung. Der Willensbegriff betont die bewußte Ausrichtung und Anspannung des Handelns, und damit die Anstrengungsbereitschaft auf ein Ziel hin. Die auffälligste Willensbekundung des Entscheidungsprozesses ist der Entschluß, eine bestimmte Alternative auszuwählen“ (Clauss, 1990, S. 518).

Verwendete Literatur
Clauß, G.  (1995). Fachlexikon ABC Psychologie. Frankfurt/Main: Verlag Harri Deutsch.
Cohen, D. (1995). Lexikon der Psychologie. München: Verlag Heyne.
Fröhlich, W.D. (1993). Dtv-Wörterbuch zur Psychologie. München: Verlag Deutscher Taschenbuch-Verlag.
Häcker, H. & Stampf, K. (1998). Dorsch Psychologisches Wörterbuch. Bern: Verlag Hans-Huber.
Hehlmann, W. (1967). Wörterbuch der Pädagogik. Stuttgart: Verlag Kröner.





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