laterales Denken

Laterales Denken ist eine kreative Denkmethode, die zur Lösung von Problemen eingesetzt werden kann, wobei dafür auch der Begriff nichtlineares Denken verwendet wird. Im Gegensatz zum vertikalen Denken, das Schritt für Schritt (linear) verläuft und auf eingeübten Mustern beruht, ist das laterale Denken durch folgende Grundsätze charakterisiert:

  • Es wird zugelassen, dass vorliegende Informationen subjektiv bewertet und selektiv verwendet werden. Details werden nicht analytisch, sondern intuitiv erfasst.
  • Gedankliche Sprünge und Assoziationen werden zugelassen, nicht jedes Zwischenergebnis muss richtig sein.
  • Ja/Nein-Entscheidungen werden vermieden. Auch nicht durchführbare Lösungen können ein Schritt zum besseren Verständnis des Problems sein.
  • Konventionelle Denkmuster werden in Frage gestellt, indem z.B. bewusst nach der unwahrscheinlichsten Lösung eines Problems gesucht wird.
  • Ausgangssituation und Rahmenbedingungen werden nicht als unveränderbar hingenommen.

Die Technik des lateralen Denkens kann bis zu einem gewissen Grad geübt und im Rahmen eines kreativen Prozesses gezielt eingesetzt werden. Sie führt je nach Problemstellung nicht zwangsläufig zu einer praktisch umsetzbaren Lösung, kann aber neue Sichtweisen eröffnen. Durch laterales Denken kann ein Prozess in Gang gesetzt werden, der nicht von bestimmten, festgesetzten Prinzipien ausgeht, und auch nicht zu einem einzigen richtigen Ergebnis kommt. Laterales Denken steht somit auch dem divergenten Denken nahe.

Beispiel: Beim vertikalen bzw. linearen Denken ist man sehr zielgerichtet, denn man weiß etwa, wo UHU draufsteht ist meist Klebstoff enthalten, mit dem man Papier, Holz und anderes verbinden kann. Tube + UHU = Kleben von Papier. Die Eigenschaften eines Gegenstands und seine Funktion sind in diesem Fall eins, denn UHU bezeichnet einen Klebstoff, der Zusammenhang ist daher sehr eng und hält sich strikt an die auf der Tube stehende Funktion. Beim lateralen bzw. nichtlinearen Denken hingegen lässt man dem Denken ein wenig mehr Platz, damit das Denken auch einmal die Richtung ändern kann, d. h., beim lateralen Denken schaut man sich die Eigenschaften eines Gegenstandas an ohne diesen gleich eine Funktion zuzuweisen. Man sieht also die Form und Farbe der Tube, sie liegt – besonders wenn sie noch voll ist – gut in der Hand, der Klebstoff ist eine mehr oder minder flüssig-zähe Masse. Ein Schraubverschluss, eine Öffnung, aus der man mit Drücken Klebstoff herauspressen kann. Damit muss man aber nicht zwangsläufig kleben, sondern könnte auch ein Muster auf den Fußboden tropfen oder an die Fensterscheibe zeichnen. Beim assoziativen Denken schließlich hat die Tube UHU zwar noch diese bestimmte Form, aber keine definierten Eigenschaften mehr und erst recht keine Funktion. Was das Objekt in der Hand beim assoziativen Denken ist, hängt ganz davon ab in welchem Kontext man es betrachtet und woran die Form erinnert. Der Gegenstand ist relativ kurz, dick, hat auf der einen Seite einen schwarzen Drehverschluss, der längliche Rillen besitzt, an der anderen Seite einen durch Prägung zusammengehaltene Faltung von Blech. Vielleicht kann man sich damit die Zähne putzen? Oder auf einen Teller zu einem Paar Würstel drücken. Warum kann man eigentlich nicht auf de anderen Seite an den Inhalt kommen? Kann man den Gegenstand nicht auch verwenden, um damit auf Tauben zu schießen, die im Hinterhof durch ihr Gurren die Konzentration beim Lernen stören?

Literatur
http://de.wikipedia.org/wiki/Laterales_Denken (12-06-11)




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