Substitution

Substitution ist im Sinne der Psychoanalyse ein Abwehrmechanismus. Eine Substitution liegt dann vor, wenn ein ursprüngliches Triebobjekt durch ein Ersatzobjekt ersetzt wird. So ist etwa ist die Autoaggression eine Form der Substitution, denn bei ihr wird ein Mitmensch als Objekt einer aggressiven Triebregung durch die eigene Person ersetzt. Eine verbreitete Form der Substitution ist der Fetischismus, etwa der sexuelle Umgang mit Unterwäsche von Personen des anderen Geschlechts, Stiefeln oder Füßen. Aber auch Ess- oder Trunk-Sucht, die sich gelegentlich einstellen, wenn die sexuellen Bedürfnisse unbefriedigt bleiben müssen, können als Substitution betrachtet werden. Eine Substitution liegt auch vor, wenn ein vom unerfreulichen Umgang mit der Ehefrau her frustrierter Lehrer seine aufgestauten Aggressionen an seinen Schülern ausagiert. Die in unserer Kultur häufig anzutreffenden Süchte vereinsamter Menschen, etwa der, ganze Scharen von Katzen oder Hunden zu verhätscheln, dürfte ebenfalls in diese Kategorie fallen.

In der Drogenbehandlung bezeichnet man als Substitution, dass Drogenabhängige, insbesondere Heroinabhängige mit Ersatzstoffen (Substituten) behandelt werden, die das Auftreten von Entzugserscheinungen verhindern. Da es sich bei den Ersatzstoffen um synthetische Opiate (Opioide) handelt, besteht bei den Behandelten die Sucht zunächst weiter. Es gibt verschiedene Varianten der Substitution:

  • Eine Kurzzeitbehandlung dient in der Regel dazu, den Abhängigen in einer langsam reduzierten Dosis zu entziehen. Dieser sogenannte „weiche Entzug“ ist eine Alternative zum „harten Entzug“. Sinn dieser Form der Behandlung ist die Reduktion von Entzugsbeschwerden bzw. soll damit verhindert werden, dass Angst vor Entzugssymptomen konditioniert wird, denn diese Angst könnte bei einem Rückfall eine neue Behandlung verhindern oder verzögern.
  • Mittelfristige Programme („Maintenance-to-abstinence-programs“) sollen Abhängige mittelfristig, z. B. im Laufe mehrerer Jahre, zur Abstinenz führen. Hauptziel dieser Programme ist eine soziale und berufliche Reintegration der Patienten. Zudem sollen sie sich durch den Aufbau von Beziehungen außerhalb der Drogenszene aus dieser lösen. Von daher ist intensive ambulante psychtherapeutische Behandlung wesentlicher Bestandteil der solcher Programme.
  • Langzeitbehandlungen (Erhaltungsprogramme) dienen dazu, Drogenabhängige ohne zeitlichen Druck mittels Methadon zur Drogenabstinenz zu führen. Besonders langjährige Heroinabhängige, die für Abstinenztherapien nicht mehr gewinnbar sind, sollen mit diesem Angebot angesprochen werden. Auf dem Wege soll ein Minimum an menschenwürdiger Existenz gesichert und die Polytoxikomanie gebremst werden. Niederschwellige Substitutionsbehandlungen unterscheiden sich von den anderen dadurch, dass sie mit keinen Erwartungen an die Behandelten verbunden sind. Rückfälle und der zusätzliche Gebrauch anderer Drogen oder Medikamente führen nicht zum Ausschluss von der Behandlung.

Quellen & Literatur
Fellner, Richard L. (2004). Die Psychoanalyse Sigmund Freuds.
WWW: http://www.psychotherapiepraxis.at/artikel/psychoanalyse/psychoanalyse.phtml (11-03-21)
Labudda, C. (2001). Drogenpolitik in der BRD.
WWW: http://www.rzuser.uni-heidelberg.de/~clabudda/drogen/drogen-texte.html (01-01-28)
Stangl, W. (2011). Drogen.
WWW: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/SUCHT/Drogen.shtml (11-03-21)




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