Intrusion

Als Intrusion wird das Wiedererinnern und Wiedererleben von psychotraumatischen Ereignissen in der Psychotraumatologie verstanden, wobei Intrusionen Bilder, Flashbacks (bildhafte Nachhallerinnerungen) und Albträume umfassen. Intrusionen gelten als ein Symptom der posttraumatischen Belastungsstörung und der Depression. Intrusionen werden zumeist durch einen Schlüsselreiz ausgelöst (Trigger). Intrusionen sind für die Betroffenen äußerst quälende Zustände, in denen meist angsterregende Anteile des Traumas wiedererlebt werden, so als geschähe es aktuell. Vor allem unverarbeitete Traumainhalte dringen in das Bewusstsein und lassen die Betroffenen das Grauen von damals immer wieder erleben.

Solche intrusive Gedanken bringen damit Erlebnisse aus der Vergangenheit wieder an die Oberfläche und zwingen zur erneuten Beschäftigung damit  – alltagssprachlich oft abschwächend auch als Grübeln bezeichnet. Bei manchen Menschen können diese unerwünschten Gedanken nicht mehr abgestellt werden, wobei auch gesunde Menschen von intrusiven Gedanken betroffen sind, sodass ihre Gedanken lange um ein bestimmtes Thema kreisen. Das wiederholte Durchleben traumatischer Ereignisse mit den damit verbundenen Empfindungen ist nicht nur außerordentlich kräftezehrend, sondern Intrusionen können auch retraumatisieren und das erlittene Leid noch unverhältnismäßig vergrößern.

In einer Untersuchung von Kühn et al. (2012) wurden jüngere (20 bis 32 Jahre) und ältere Probanden (65 bis 80 Jahre) in 100 Sitzungen über einen Zeitraum von sechs Monaten zum Ausmaß ihres Grübelns an befragt, wobei die Tendenz zum Grübeln danach gemittelt und mit der Gehirnaktivierung der jeweiligen Probanden während einer kognitiven Aufgabe vor und nach den sechs Monaten in Beziehung gesetzt wurde. Es zeigte sich, dass Probanden mit einer ausgeprägten Tendenz zum Grübeln eine stärkere Aktivität in für die Sprachproduktion wichtigen Zentren (linker inferiorer frontaler Gyrus und cingulärer Cortex) während der Pausen zwischen den kognitiven Aufgaben aufweisen. Intrusive Gedanken finden offenbar in einem sprachähnlichen Format ähnlich der inneren Rede ihren Ausdruck.

Literatur
Kühn, Simone, Schmiedek, Florian, Brose, Annette, Schott,Björn H., Lindenberger, Ulman & Lövden, Martin (2012). The neural representation of intrusive thoughts Soc Cogn Affect Neurosci first published online May 3, 2012 doi:10.1093/scan/nss047
http://idw-online.de/pages/de/news478198 (12-05-21)
http://de.wikipedia.org/wiki/Intrusion_%28Psychologie%29 (11-11-21)





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