Koma

Koma bezeichnet einen Zustand tiefster, durch äußere Reize nicht zu beeinflussende Bewusstlosigkeit, d.h., in einem Koma ist die/der Betroffene nicht mehr aufweckbar, die Reflexe sind aufgehoben (z.B. Pupillenstarre bei weiten Pupillen). Die Ursachen für eine Koma liegen in unter anderem in traumatischen Einflüssen (z. B. Schädel-Hirn-Trauma), cerebralen Defekten (z. B. Gehirntumor oder Gehirnhautentzündung). Auch Störungen des Stoffwechels und schwere Lebererkrankungen enden oft in einem Koma, ebenso wie Vergiftungen durch Tabletten, Alkohol oder CO2.

Menschen, die aus einem Koma erwachen, durchlaufen verschiedene Rückbildungsphasen, wobei nach der eigenständigen Atmung meist ein erst kurzer, dann längerer Blickkontakt und zunehmende Reaktionen von Augen, Mund und Mimik folgen. Während einer Aufwachphase können noch zahlreiche Komplikationen auftreten, denn die Betroffenen können auf jeder Stufe des Erwachens stehenbleiben, wobei manche jahrelang im Wachkoma verbleiben, vor allem dann, wenn die Schädigung den Hirnstamm und das Mittelhirn auf beiden Seiten betroffen hat. Allerdings sind die Verläufe individuell, denn je nach dem, wie die Körperfunktionen auf die neuen Anforderungen reagieren, können Aufwachende schon nach etwa drei Tagen oder aber erst nach mehreren Wochen vollständig erwachen.Dann gilt: entweder der Körper schafft es, sich ohne lebenserhaltende Funktionen am Leben zu halten oder er schafft es eben nicht.

Künstliches Koma

Der Begriff künstlichem Koma ist unglücklich gewählt, den ein Koma ist ja der Zustand einer krankheitsbedingten schweren Bewusstseinsstörung des Großhirns, während es sich beim künstlichen Koma um eine Langzeitnarkose handelt, denn Ärzte verwenden dafür die gleichen Medikamente wie für die Narkose während einer Operation, in der Regel also starke Schmerz- und Schlafmittel. Nach einem schweren Schädel-Hirn-Trauma etwa soll diese Form der Narkose die Gehirnzellen entlasten, indem der Stoffwechsel und der Sauerstoffbedarf des Gehirns reduziert werden. Dadurch will man verhindern, dass Nervenzellen zugrunde gehen, Schwellung und Gehirndruck weiter steigen und eine Schädigung durch das Trauma fortschreitet. Zusätzlich soll die Narkose den Betrofffenen Angst und Schmerz nehmen aber auch vor Verletzungen schützen, die sich der Betroffene durch unwillkürliche Bewegungen zufügen könnte. Aber nicht nur nach einer Hirnverletzung, auch nach anderen schweren Erkrankungen kann es nötig sein, den Sauerstoffbedarf des Gehirns medikamentös zu senken, etwa nach großen Operationen, schweren Unfällen oder einem Herzinfarkt. Meist wird eine solche Langzeitnarkose über einige Tage oder bei einer Hinverletzung auch wesentlich länger aufrechterhalten. Die meisten Organe arbeiten während einer solchen Langzeitnarkose selbstständig weiter, denn das Herz schlägt, die Leber und die Niere funktionieren, nur die Ernährung erfolgt über eine Magensonde und auch die Atmung wird maschinell unterstützt. Mit Dauer der Sedierung steigt aber die Gefahr von Komplikationen, denn als Folge der künstlichen Beatmung kann eine Lungenentzündung auftreten, und das pemanente Liegen erhöht das Thromboserisiko, sodass grundsätzlich diese Narkose so kurz wie möglich und so lange wie nötig aufrechterhalten wird. Nicht immer erreicht ein Mensch im Wachkoma nach dem Absetzen der Medikamente gleich wieder das volle Bewusstsein, denn das Wachkoma kann ein Übergangsstadium aus der Langzeitnarkose zum Aufwachen sein, aber auch Monate dauern, wobei manche Menschen in diesem Zustand bleiben, denn im Wachkoma funktioniert das Großhirn nicht mehr und nur die tiefen Hirnregionen, die unter anderem die Atmung steuern, arbeiten noch. Die Betroffenen haben die Augen geöffnet, können aber nicht mit ihrer Umwelt kommunizieren, wobei schwer festzustellen ist, ob der Betroffene tatsächlich ohne jedes Bewusstsein ist.

Literatur
Haas, M. (2014). Künstliches Koma: Was ist das? ApothekenUmschau vom 1. Juli.




Falls Sie in diesem Beitrag nicht fündig geworden sind, können Sie mit der folgenden Suche weiter recherchieren:


Das Lexikon in Ihren Netzwerken empfehlen:

You must be logged in to post a comment.

Diese Seiten sind Bestandteil der Domain www.stangl.eu

© Werner Stangl Linz 2017