Schizophrenie

Vorbemerkung: Keine seelische Krankheit ruft so viel negatives Interesse, Unsi­cherheit, Ratlosigkeit, Verlegenheit, Furcht, Scham, gereizte Reaktionen und Aggressivität wie die Schizophrenie hervor, doch haben die meisten Menschen außer vagen Vorstellungen wie Spaltungsirresein keine konkreten Kenntnisse darüber. Allerdings ist es sehr schwierig, einer Krankheit gerecht zu werden, die weltweit etwa 60 Millionen Menschen betrifft, und nach außen weitgehend unauffällig ist, d. h., die Menschen überwie­gend innerlich beeinträchtigt, von einigen wenigen Ausnahmesituationen ab­gesehen, in denen Wahnvorstellungen, Sinnestäuschungen und angsterfüllte, aggressive Durchbrüche die Umgebung erschrecken.

Kurzdefinition: Da der Begriff Schizophrenie übersetzt „Spaltung der Seele“ bedeutet, spiegelt er ein falsches Bild der Erkrankung wider, denn ein an Schizophrenie erkrankter Mensch ist nicht in zwei Persönlichkeiten gespalten, vielmehr bedeutet schizophren, dass ein Mensch zwei Wirklichkeiten wahrnimmt, eine reale Wirklichkeit, wie auch sie Gesunde erleben, und eine Wirklichkeit mit Sinneseindrücken, Gefühlen und Erlebnissen, die Gesunde nicht nachvollziehen können. Zusätzlich sind bei einer Schizophrenie auch das Denken, das Fühlen und die Stimmung verändert, wobei etwa jeder hundertste Mensch im Lauf seines Lebens eine schizophrene Episode erlebt. Der erste Krankheitsschub, also eine akute Krankheitsphase, beginnt typischerweise zwischen der Pubertät und dem dreißigsten Lebensjahr, bei Frauen etwas später als bei Männern, wobei Schweregrad und der Verlauf der Erkrankung sehr unterschiedlich sein können.

Der Begriff Schizophrenie wird im allgemeinen für eine ganze Reihe von psychischen Erkrankungen verwendet, die mit Realitätsverlust, Trugbildern, Wahnvorstellungen, Bewusstseinsstörungen, Störungen des Denkens und der Gefühlswelt verbunden sind, wobei Schizophrenie auch als Stoffwechselstörung des Gehirns verstanden wird, bei der einige Botenstoffe im Gehirn vermehrt und andere vermindert auftreten (siehe unten). Schizophrenie ist allgemein betrachtet eine äußerst heterogene Erkrankung, der stets mehrere Ursachen zu Grunde liegen, oft mit zunächst wenig bedeut­sam erscheinenden Effekten. Entscheidend ist nach heutiger Kenntnis offenbar ein Zusammenspiel verschiedener Risikofaktoren: genetisch, Schwangerschaft, Geburt, Erkrankungen mit Wirkung auf das zentrale Nervensystem, das Umfeld, frühe oder zu späte Diagnose und damit Behand­lung, Verlauf mit zusätzlichen psychosozialen Belastungsfaktoren. Übrigens kann ein 24-stündiger Schlafentzug bei gesunden Menschen zu Zuständen führen, die einer Schizophrenie ähnlich sind.

Schizophrenie tritt nach Schätzungen weltweit bei etwa 45 Millionen Menschen auf und ist damit die dritthäufigste psychische Erkrankung, bei der die Betroffenen oftmals Stimmen hören, unter Verfolgungs- oder Größenwahn leiden, Zwangshandlungen und schwere Depressionen entwickeln. Auch neurokognitive Störungen bei Aufmerksamkeit, Konzentration und Gedächtnisleistungen sind ein weiteres wesentliches Merkmal der verschiedenen Formen der Schizophrenie, wobei es meist zu einer kontinuierlichen Entwicklung solcher kognitiven Defizite kommt, beginnend bei einer ersten psychotischen Episode. In vorübergehend auftretenden Krankheitsschüben (Psychosen) verlieren die Betroffenen den Kontakt zur Realität und sehen Dinge, die nicht da sind, fühlen sich fremdgesteuert oder verfallen Wahnideen. Ein großer Teil hört Stimmen, d.h., die Betroffenen projizieren ihre Gedanken nach außen und nehmen diese als fremde Stimmen wahr, die ihr Verhalten abfällig kommentieren oder Befehle erteilen, was im extremsten Fall bis zum Suizid führen kann. Der Ausbruch der Krankheit lässt sich kaum sicher prognostizieren, sondern ist vom Zusammenspiel verschiedener Risikofaktoren abhängig: von einer genetischen Veranlagung, von belastenden Einflüssen aus dem Lebensumfeld und von der persönlichen Fähigkeit, mit Stress umzugehen, wobei einer dieser Faktoren niemals alleine eine Schizophrenie auslösen kann. Betroffene erkranken insbesondere zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr, Männer durchschnittlich fünf Jahre früher als Frauen. Junge Erwachsene müssen in dieser Zeit große Umbrüche bewältigen, etwa die Reifeprüfung, die Berufswahl oder die erste eigene Wohnung finden, was sie oftmals überfordert, doch auch ein angespanntes Familienklima kann den Krankheitsausbruch begünstigen. In einer Metaanalyse von Studien wurde nachgewiesen, dass viele Psychotiker schon früh deutliche neurokognitiven Beeinträchtigungen aufweisen, besonders in in Bezug auf Gedächtnis und Sprachkompetenz. Möglicherweise können solche kognitiven Marker die Früherkennung von Psychosen verbessern.

1. Definition
„Schizophrenie w; ..ien: früher als Spaltungsirresein oder Jugendirresein bezeichnete Form der körperlich nicht begründbaren Psychosen, die oft in jüngeren Lebensalter beginnen und mit Denk- und Affektstörungen, Wahnvorstellungen und Sinnestäuschungen einhergehen. Die Krankheit ist chronisch, häufig progressiv und führt nicht selten zu geistigen Defekten und Wesensveränderungen“ (Duden,2007,S.701).

2. Definition
„Schizophrenieartige Psychosen sind seit dem Altertum bekannt. Sie wurden aber bis zur Wende des 20. Jahrhunderts nicht als einheitliche Krankheitsgruppe gesehen. Erst der Münchner Psychiater Emil Kraepelin vereinigte vorher getrennt behandelte Krankheitsbilder unter dem Begriff <<Dementia praecox>>.“
„1911 veröffentlichte der Zürchner Psychiater Eugen Bleuler ein epochenmachendes Werk >Dementia praecox oder Gruppe der Schizophrenien> und führte den Begriff der <<Schizophrenien>> ein.“
„Der Begriff <<Schizophrenie>> sollte die Dissoziation im inneren Erleben und die Entfremdung zwischen zwischen dem betroffenen Menschen und seiner Umwelt ausdrücken.“
(Hell, 2007, S. 99)

3. Definition
„Die Schizophrenie gehört zu den endogenen (=endomorphen) Psychosen. Sie ist die häufigste Psychose. Man schätzt, dass ungefähr 1% der Bevölkerung einmal in Leben eine Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis durchmacht (Treichler, 2007, S. 336).

4. Definition
Der schweizer Psychiater Eugen Bleuler (1857-1939) hat den Begriff <Schizophrenie> geprägt, wobei eine frühere Krankheitsbezeichung zurück geht auf den deutschen Psychiater Emil Kraepelin (1856-1926).
Die Patienten seien nicht in der Lage eigene Gedanken und Gefühle zu empfinden und zu ordnen, ebenso empfinden die Patienten ihre eigene Person als verändert, gespalten und unheimlich.
Die Annahme, dass eine Gruppe von Krankheiten, die Kraepelin <Demetia praecox> („vorzeitige Verblödung“) nannte ungünstig verlaufen würde, wurde zum Teil wiederlegt, da manche Patienten wieder gesund, oder fast gesund wurden – so passte der Begriff „Verblödung“ nicht einmal bei den schwersten Verläufen (vgl. Luderer, 1989, S.9).

5. Definition
„Bei der einfachen Shizophrenie gibt es keine Wahnideen, Haluzinationen oder Anzeichen unlogischen Denken. Es hat in Gegenteil den Anschein, als ob es der Patient vorziehe, gar nicht zu denken. Er ist bestrebt, seinen Verstand so wenig wie möglich zu benutzen. Er vermeidet abstraktes Denken und beschränkt seine Konversation vorzugsweise auf einige unkomplizierte Lieblingsthemen“ (Arieti, 1979, S. 74)

6. Definition
„Sowohl erworbene geistige Störungen als auch solche mit erblicher Komponente sind unter Einbeziehung genetischer Mechanismen erklärbar. Geisteskrankheiten (zum Beispiel Schizophrenie) sind möglicherweise das Ergebnis der Expression veränderter Gene, während bei erworbenen Störungen, die sich durch bestimmte „erlernte“ Verhaltensmuster auszeichnen (Neurosen), die Genexpression normaler Gene infolge bestimmter Umwelteinflüsse verändert ist und normalerweise inaktive Gene transkibiert werden“ (Kandel, 1996, S. 712).

7. Definition
Formen der Schizophrenie wie Psychosen können durch Zufuhr von <Psychotomimetika> künstlich nachgeahmt werden (vgl. Ahlheim, 1972, S. 200).

8. Definition
Ungefähr 3% der Bevölkerung weist eine schizothyme Persönlichkeitsstörung auf – manche Wissenschaftler bezeichnen sie als eine Art stummer Schizophrenie. Die Betroffenen zeigen ein ungewohntes Verhalten zum sonstigen Alltag, schlafen zu ungewöhnliche Tageszeiten oder ziehen sich zurück in stille Räume wie Keller oder Dachboden, sie fühlen sich beobachtet oder verfolgt, unterhalten sich mit unsichtbare Wesen oder kämpfen gar gegen Dämonen auf rabiate Weise.
Es wird geschätzt, dass ungefähr 10% der Betroffenen den Freitod wählen. Ein Beispiel für paranoide Schizophrenie aus der neueren Geschichte ist der Fall Jim Jones, der Anführer der Sekte „Peoples Temple“ , der mehr als 900 Menschen mit in das Grab nahm (vgl. Ohne Autor, 1998)

Genetische Grundlagen

Menschen, die an Schizophrenie leiden, zeigen übrigens im Vergleich zu Gesunden, eine verminderte Durchblutung des Frontallappens, in Kleinhirn und Thalamus hingegen eine erhöhte Durchblutung. Forschern um Lukas Scheef (Radiologische Klinik der Universität Bonn) ist es gelungen, diese Blutflussmuster mit einem neuen Verfahren sichtbar zu machen. Mit der Methode der Continuous Arterial Spin Labeling, einer speziellen Form der Magnetresonanz-Tomographie verglich man den Blutfluss im Gehirn von 11 Schizophrenie-Patienten mit dem von 25 gesunden Probanden, wobei sich bei den Schizophrenie-Patienten eine stärkere Durchblutung im Kleinhirn, Hirnstamm und Thalamus zeigte und ein geringerer Blutfluss in Teilen des Frontalhirns. Diese Regionen übernehmen eine Vielzahl kognitiver Funktionen, wie Entscheidungsfindung, Planung, Urteilsvermögen und Impulskontrolle.

In einer Studie untersuchten Heck et al. (2014) die genetischen Grundlagen des Arbeitsgedächtnisses bei über 2800 gesunden jüngeren und älteren Versuchsteilnehmern. Bei vielen psychiatrischen Erkrankungen treten Gedächtnisstörungen auf, wobei man vermutet, dass diese mit Störungen der Molekül-Kanäle in den Hirnzellen zusammenhängen. Da diese Störungen zu komplex sind, als dass es ein einzelnes Schizophrenie- oder Depressions-Gen geben könnte, sucht man eher nach Gengruppen, die für bestimmte biologische Merkmale verantwortlich sind. Eine Gengruppe ist für spannungsabhängige Ionenkanäle zuständig, also für die Proteine in der Membran von Zellen, die den Durchfluss von elektrisch geladenen Molekülen regulieren und dafür entscheidend verantwortlich sind, dass Nervenzellen durch elektrische Impulse aktiviert werden können. Der Vergleich von gesunden Menschen mit den Erbgutdaten von etwa 32000 Schizophrenie-Patienten ergab, dass Veränderungen in dieser Gengruppe mit dem Schizophrenie-Risiko zusammenhängen önnten. Anhand von Gehirnscans an 700 Testpersonen zeigte sich zudem, dass sie deutlich mit der Leistung des Arbeitsgedächtnisses verbunden ist. Der Zusammenhang war besonders deutlich in zwei Hirnregionen im Groß- und Kleinhirn, die das Arbeitsgedächtnis aufrecht erhalten. Offensichtlich spielen Moleküle, die die elektrische Erregbarkeit der Nervenzellen steuern, für ein intaktes Arbeitsgedächtnis und die damit verbundenen Hirnareale eine wichtige Rolle, wobei eine Störung dieses Mechanismus zur Entwicklung einer Schizophrenie führen könnte.

Männliche und weibliche Schizophrenien unterscheiden sich nach Ansicht des Psychiaters Martin Brüne (Universität Bochum) insofern, als sich Männer im Wahn meist von Gruppen anderer Männer verfolgt fühlen: Mafia, Polizei, Agenten. Frauen hingegen fühlen sich von Personen aus dem persönlichen Umfeld bedroht, Nachbarn, Familienmitgliedern. Das ist im evolutionären Kontext verstehbar, weil so die frühen Gefahren aussahen: Männer wurden von fremden Männergruppen bedroht, Frauen durch Verstoß aus der Ingroup. Beim Liebeswahn, also wenn jemand fest davon überzeugt ist, von einer anderen Person geliebt zu werden, richtet sich bei Frauen der Wahn meist auf hochrangige, etwas ältere Männer. Bei Männern, bei denen die Störung selten vorkommt, eher auf attraktive, jüngere Frauen. Hier spiegeln sich die aus der evolutionären Psychologie bekannten, unterschiedlichen reproduktiven Strategien wieder: Frauen suchen Sicherheit für die langjährige Brutpflege, Männer wollen ihre Gene unter möglichst vielen jungen und gesunden Frauen verbreiten.

Therapie und Umfeld

Schizophrenie ist grundsätzlich heilbar, doch nur bei etwa 25 Prozent erreicht man mittelfristig eine vollständige Wiederherstellung der seelischen Gesundheit, wobei Medikamente bei der Therapie eine wichtige Rolle spielen, aber häufig zu starken Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme oder Kreislaufproblemen führen können. Durch eine unterstützende Verhaltens- und Gesprächstherapien lernen Betroffene und ihre Familien, die Diagnose zu akzeptieren, mit Stress besser umzugehen und Restsymptome in den Alltag zu integrieren. Hat ein Angehöriger Schizophrenie, betrifft das immer auch die Familie, denn vor allem im späteren Krankheitsverlauf sehen die Betroffenen nicht ein, dass sie krank sind und behandelt werden müssen. Es bringt jedoch nichts, sie zu einer Therapie zu zwingen, sondern man kann sie nur unterstützen, wenn sie selbst mitmachen, denn nur dann hören sie auch zu, wenn man ihnen Alternativen vorschläg. In keinem Fall sollte man gegen ihre Wahnvorstellungen anreden, sondern ihre Ängste ernst nehmen, denn die sind echt. „Man kann etwa fragen: Wie kann ich dir helfen? Sollen wir hier lieber weggehen, wird es dir zu viel?“ Andernfalls könne der Betroffene denken, man sei Teil eines Komplotts gegen ihn.

Literatur
Bibliografisches Institut & F. A. Brockhaus AG (2007). DUDEN, Wörterbuch medizinischer Begriffe. Achte Auflage.
Heck, A., Fastenrath, M., Ackermann, S., Auschra, B., Bickel, H., Coynel, D., Gschwind, L., Jessen, F., Kaduszkiewicz, H.,
Maier, W., Milnik, A., Pentzek, M., Riedel-Heller, S.G., Ripke, S., Spalek, K., Sullivan, P., Vogler, C., Wagner, M., Weyerer, S., Wolfsgruber, S., de Quervain, D.J.F., Papassotiropoulos, A. (2014). Converging genetic and functional brain imaging evidence links neuronal excitability to working memory, psychiatric disease, and brain activity. Neuron (2014) | DOI: 10.1016/j.neuron.2014.01.010.
Hell, Vontobel & Schneider (2007).Kurzes Lehrbuch der Psychiatrie. Bern: Verlag Hans Huber. Zweite Auflage.
Treichler, M. (2007). Sprechstunde Psychotherapie. Stutgart: Verlag Freies Geistesleben & Urachhaus GmbH.
Luderer,Hans-Jürgen (1989). Schizophrenien, Ratgeber für Patienten und Angehörige. Stuttgart: Verlag Trias.
Arieti, S. (1979). Schizophrenie, Ursachen-Verlauf-Therapie, Hilfe für Betroffene. München: R. Piper GbmH & CoKG.
Kandel, Schwartz & Jessel (1996). Neurowissenschaften, Eine Einführung. Berlin/Oxford: Spektrum Akademischer Verlag GmbH Heidelberg.
Ahlheim, K.H (1972). Medikamente /Gifte /Drogen. Bibliografisches Institut Mannheim/Wien/Zürich. Mannheim: Meyers Lexikonverlag.
Ohne Autor (1998). Faszination menschlicher Körper, Rätsel der Persönlichkeit. Köln: Naumann & Göbel Verlagsgesellschaft mbH in der Vemag.
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/41831/Veraenderter_Blutfluss_im_Gehirn_bei_Schizophrenie.htm (10-07-03)
http://www.welt.de/gesundheit/psychologie/article13237055/Wie-man-Schizophrenie-frueh-erkennen-kann.html (11-04-25)
http://archpsyc.jamanetwork.com/article.aspx?articleid=1171955 (12-06-06)



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  1. One Response to “Schizophrenie”

  2. Schizophrene Störungen gehören zu den schizophrenen Psychosen, wobei als Auslöser meist mehrere Faktoren zusammentreffen müssen, wobei oft unklar ist, welche das sind und welche Rolle sie bei der Erkrankung spielen, denn das ist bei jedem Betroffenen verschieden. In der Hauptsache findet man somatische Ursachen bzw. körperliche Faktoren, wie etwa eine Veränderung der Gehirnsubstanz, die sich auf die Entwicklunge der Krankheit auswirkt. Körperliche Faktoren nehmen ebenfalls Einfluss auf den Krankheitsverlauf und und die Krankheitsdauer, d. h., die Erkrankung kann durch sie länger anhalten und auch intensiver sein. Genetische Faktoren bzw. erbliche Einflüsse auf die Krankheit lassen sich häufig feststellen, denn so gibt es in manchen Familien eine höhere Wahrscheinlichkeit, an Schizophrenie zu erkranken, als in anderen. So hat ein Kind ein Erkrankungsrisiko von etwa zehn bis fünfzehn Prozent, wenn schon ein Elternteil von einer schizophrenen Psychose betroffen ist. Psychosoziale Einflüsse bzw. Faktoren der Umwelt wie Familie, Freunde, Arbeitskollegen sind häufig für den weiteren Verlauf der Erkrankung entscheidend. Bei manche Menschen mit einer geringen Vulnerabilität kann schon mäßiger Stress zum Überschreiten der gerade noch erträglichen Grenze ausreichen. Vor allem chronischer Stress mit einer erhöhten Verletzbarkeit nehmen Einfluss auf die Erkrankung, aber auch akuter Stress wie unerwarteten Schicksalsschläge im Leben haben eine nicht zu unterschätzende Rolle. Drogen, Alkohol, Kaffee und Tabak verursachen zwar alleine keine Psychose, aber sie können eine neue Episode auslösen.

    By Ursachenforscher on Jun 19, 2016

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