James-Lange-Theorie

Wie Aristoteles vertrat William James den Standpunkt, dass man fühlt, nachdem der Körper reagiert hat. Menschen sind traurig, weil sie weinen, sie sind wütend weil sie zuschlagen und ängstlich, weil sie zittern. Gefühle sind hier nur Begleiterscheinungen körperlicher Vorgänge. Nach dieser Theorie löst ein Reizereignis eine Erregung im autonomen Nervensystem und andere körperliche Reaktionen aus, die dann zur Wahrnehmung einer spezifischen Emotion führen.

Auch nach C. G. Lange (Psychologie ohne Seele) führt die Wahrnehmung von organismischen Veränderungen zur Emotion. Dabei geht er davon aus, dass Wahrnehmungen von Umwelteindrücken in den Eingeweiden und in der Sklettmuskulatur Veränderungen auslösen. Durch die bewusste Wahrnehmung dieser Veränderungen kommt es dann zur Emotion.

Die James-Lange-Theorie wurde durch die emotionspsychologische Cannon-Bard-Theorie kritisiert, da nach deren Meinung die gleichen viszeralen Veränderungen oft mit ganz unterschiedlichen Emotionen einhergehen und viele Emotionen viszeral nicht zu unterscheiden sind. Für die Emotionsgenese spielen laut Cannon-Bard-Theorie zentralnervöse und nicht etwa periphere Prozesse die entscheidende Rolle.

Siehe dazu Emotion – Psychophysiologische Merkmale




Falls Sie in diesem Beitrag nicht fündig geworden sind, können Sie mit der folgenden Suche weiter recherchieren:


Das Lexikon in Ihren Netzwerken empfehlen:

You must be logged in to post a comment.

Diese Seiten sind Bestandteil der Domain www.stangl.eu

© Werner Stangl Linz 2017