Gefangenendilemma

Die Gefangenendilemma-Situation wird in der Sozialpsychologie eingesetzt, um Kooperationsbereitschaft und selbstsüchtiges Verhalten zwischen Individuen zu untersuchen. Sie ist Bestandteil der Spieltheorie, wonach der Erfolg des Einzelnen nicht nur vom eigenen Handeln sondern auch von den Aktionen anderer abhängt. TeilnehmerInnen des Gefangenendilemma-Spiels haben zwei Handlungsmöglichkeiten: entweder zu kooperieren oder ihr Gegenüber zu verraten. Meist stehen zwei Personen im Verdacht, gemeinsam ein Verbrechen, etwa einen Bankraub begangen zu haben. Die Behörden können den beiden allerdings nur einen Verstoss gegen das Waffengesetz nachweisen und machen folgendes Angebot: Wenn einer der Bankräuber gesteht, kommt er nicht ins Gefängnis, sein Komplize jedoch für fünf Jahre. Gestehen A und B die Tat, kommen beide für vier Jahre ins Gefängnis. Wenn weder A noch B gestehen, müssen die beiden, weil ihnen nur der Verstoss gegen das Waffengesetz nachgewiesen werden kann, für ein Jahr ins Gefängnis. Wichtig ist, dass die beiden Persoen  in getrennten Zellen verhört werden, so dass sie sich nicht über ihr Verhalten austauschen können. Das Spiel dauert meist mehrere Runden, so dass die Teilnehmer das Verhalten des anderen in den vorherigen Runden in ihre Entscheidungen einbeziehen können.

Siehe dazu Experimentelle Dilemmaspiele



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