genitale Phase

Die genitale Phase wird nach Auffassung der Psychoanalyse in der Pubertät eingeleitet, in der die Geschlechtsorgane und die sexuellen Beziehungen zu anderen im Mittelpunkt des libidinösen Interesses stehen. Nach der psychoanalytischen Theorie Freuds ist die genitale Phase jene Entwicklungsphase, in der zwar die frühkindlichen Formen des Lustgewinns wieder an Bedeutung gewinnen, jedoch die genitalen Zonen eine verstärkte Bedeutung als Quelle des Lustgewinns erhalten.

genitale Phase Kindheit JugendlicheMit Beginn der Vorpubertät erwacht die Sexualität unter dem Einfluss der Sexualhormone und dient ab nun auch der Fortpflanzung, nicht mehr nur der Lustbefriedigung. Beim Mädchen tritt die Pubertät mit der ersten Menstruation ein, beim Knaben mit der ersten Pollution (unwillkürlicher nächtlicher Samenerguss). Pollutionen treten danach in jedem Alter auf, aber wesentlich häufiger bei Jugendlichen als bei Erweachsenen, vor allem bei Jugendlichen nach längerer Abstinenz auf. Je regelmäßiger ejakuliert wird etwa durch Masturbation, desto seltener werden Pollutionen. Da nur wenige Erwachsene längere Zeit abstinent leben, sondern die meisten regelmäßig Sexualkontakt oder Masturbation erleben, treten Pollutionen bei Erwachsenen nur selten auf.

War das Interesse des Kindes in den frühkindlichen Phasen noch mehr oder weniger selbstbezogen und auf Sexualobjekte in der Familie gerichtet, so werden in der genitalen Phase Sexualpartner auch außerhalb der Familie gewählt (Exogamie). Die Pubertät ist im wesentlichen jener Abschnitt in der Entwicklung des Menschen, in dem sich die kindliche Existenzweise in jene des Erwachsenen umbildet. Die Geschlechtsreife führt in der Regel auch zu einer veränderten Einstellung gegenüber dem andern Geschlecht. Was sich zuvor oft deutlich abstieß, stösst sich oft bloss noch zum Schein ab, d.h., Pubertierende suchen Streit mit gegengeschlechtlichen Gleichaltrigen, um mit ihnen balgen zu können. Die psychischen Veränderungen, die die Pubertät mit sich bringt, sind tiefgehend und vielfältig und betreffen die ganze Persönlichkeit.

Literatur
Fellner, Richard L. (2004). Die Psychoanalyse Sigmund Freuds.
WWW: http://www.psychotherapiepraxis.at/artikel/psychoanalyse/psychoanalyse.phtml (09-05-21)





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