Neuroleptikum

Neuroleptika sind Medikamente, die dämpfend und beruhigend wirken, aber gleichzeitig zu einer gewissen Gleichgültigkeit gegenüber der Umwelt führen. Bei Neuroleptika (auch Nervendämpfungsmittel oder Antipsychotika) handelt es sich also um eine auf die Psyche einwirkende Gruppe von Medikamenten, die psychotrop Neuroleptika wirken, d.h., sie wirken direkt auf den Hirnstoffwechsel ein und verändern die Übertragung von elektrischen Reizen im Gehirn.

Daher werden Neuroleptika vor allem bei Psychosen eingesetzt, also Gemütserkrankungen mit krankhaften Erregungszuständen, bei denen die Betroffenen den Bezug zur Realität verloren haben. Besonders Schizophrenien, Wahnvorstellungen (Halluzinationen) und ängstliche Erregtheit werden mit Neuroleptika behandelt, wobei Neuroleptika nur eine Säule der Behandlung neben Psychotherapie und Verhaltenstherapie darstellen. Der Einsatz von neuroleptischen Medikamenten ist Standard bei der Behandlung der meisten akuten Psychosen. Seit Einführung der Neuroleptika Anfang der fünfziger Jahre des vorigen Jahrhunderts ist der Anteil an stationär behandelten Menschen mit psychotischen Symptomen aus dem schizophrenen Formenkreis signifikant gesunken.

Nebenwirkungen

Die Sterblichkeit schizophrener Patienten, also einer Zielgruppe für diese Medikamentengruppe, ist nach Erhebungen allerdings doppelt bis dreifach so hoch wie die der Allgemeinbevölkerung. Diese hat im Gegensatz zu Nichterkrankten in den letzten drei Jahrzehnten nicht ab-, sondern zugenommen, wobei von Experten ursächlich neben der hohen Suizidrate auch metabolische Nebenwirkungen der neuroleptischen Therapie wie Gewichtszunahme und Diabetes mellitus angenommen werden. Diese befürchten, dass die Sterblichkeit schizophrener Patienten weiter steigt, weil immer häufiger atypische Neuroleptika verordnet werden.

Quellen
arznei-telegramm 2009; 40: 22-3.
WWW: http://www.arznei-telegramm.de/html/2009_02/0902022_02.html (09-12-12)



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