Kongruenz

1. Definition
„kongruent [lat. >übereinstimmend<, >entsprechend<], 1) allg.: in allen Punkten übereinstimmend, völlig gleich; Ggs.: disgruent“ (o.A., 1997, S. 277).

2. Definition
„Begriff aus der ->Gesprächstherapie, der den Grad der Übereinstimmung zwischen Struktur des ->Selbst und den Erfahrungen beschreibt“ (Tewes & Wildgrube, 1992, S. 188).

3. Definition
Die Kongruenztheorie nach Holland besagt, dass Personen bei ihrer Berufswahl Berufe aussuchen, die mit ihrer Persönlichkeit kongruent sind. Sie übernehmen entsprechende berufliche Rollen, um ihre Fertigkeiten und Fähigkeiten einzusetzen und um ihre Einstellungen und Werte auszudrücken. Holland klassifiziert die Menschen in realistische, intellektuelle, soziale, konventionelle, unternehmerische und künstlerische (vgl. Seifert, 1988, S. 191).

4. Definition
Die Kongruenztheorie ist für die Berufsberatungsrelevanz bedeutend. Berufliche Interessen, Fähigkeiten und Einstellungen von Personen müssen bei der Berufsorientierung beachtet werden. Es sollte eine Person-Umwelt-Kongruenz vorliegen. In unseren Kulturkreis gibt es sechs grundlegende Persönlichkeitstypen: praktisch-technisch, intellektuell-forschend, künstlerisch-sprachlich, sozial, unternehmerisch und konventionell (vgl. Bergmann & Eder, 2001, S. 52).

5. Definition
„Manchmal werden Sie auch intellektuelle Gespräche führen, Vorträge abhalten, etwas erklären oder Anweisungen geben, wobei exakter verbaler Ausdruck wichtig ist. Kongruentes Verhalten in diesem Bereich bedeutet, daß Sie, während Sie etwas erklären, ungehindert ihre Gefühle zeigen können und sich frei zu bewegen vermögen. Sie reagieren dann nicht wie eine Maschine“ (Satir, 1996, S.132).

6. Definition
„Je stärker die Kongruenz, desto größer die Ausstrahlung und die Überzeugungskraft einer Persönlichkeit“ (Besser-Siegmund & Siegmund, 1993, S. 164).

Verwendete Literatur

Bergmann, C. & Eder F. (2001). Berufs- und Laufbahnberatung. In D. Rost (Hrsg.), Handwörterbuch Pädagogische Psychologie (S. 49-54). Weinheim: Verlagsgruppe Beltz.
Besser-Siegmund, C. & Siegmund, H. (1993). Coach Yourself. Persönlichkeitskultur für Führungskräfte. Düsseldorf: ECON Verlag.
Ohne Autor. (1997). Die Enzyklopädie. Band 12: KIR-LAGH. Leipzig: Verlag Mannheimer Morgen.
Satir, V. (1996). Kommunikation, Selbstwert, Kongruenz. Paderborn: Jungfermann Verlag.
Seifert, K. (1988). Berufswahl und Laufbahnentwicklung. In D. Frey, C. Graf Hoyos & D. Stahlberg (Hrsg.), Angewandte Psychologie. Ein Lehrbuch (S.188-204). München: Psychologie Verlags Union.
Tewes, U. & Wildgrube, K. (1992). Psychologie-Lexikon. München: R. Oldenbourg Verlag.

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