Variable

In allen wissenschaftlichen psychologischen Untersuchungen wird der interessierende Gegenstand in Form von Variablen erhoben. Unter Variablen versteht man veränderliche Beobachtungsgrößen, d. h., jede Variable hat mindestens zwei oder mehrere Ausprägungen. Beobachtungsgrößen, die nur eine Ausprägung annehmen können, werden als Konstante bezeichnet. In empirischen Untersuchungen müssen relevante Variablen zunächst operationalisiert werden, d.h,. es sind Kriterien für die Variablenausprägungen festzulegen, die der Beobachtung zugänglich sind.

Eine Variable ist in der Psychologie daher ganz allgemein ein veränderlicher begrifflicher oder statistischer Platzhalter für ein Merkmal. Als Variable bezeichnet man daher in psychologischen Untersuchungen speziell die Ausprägung bzw. das Maß von untersuchungsrelevanten Merkmalen, die in empirischen Untersuchungen metrisch in Form von Zahlen dargestellt werden können.

In den Sozialwissenschaften wird zwischen quantitativen und qualitativen Merkmalen unterschieden. Quantitative Merkmale wie die Körpergröße oder der Intelligenzquotient lassen sich unmittelbar in Zahlen ausdrücken, d. h., sie sind mindestens ordinalskaliert und im engeren Sinne des Begriffs messbar. Qualitative Merkmale wie Geschlecht Art einer aggressiven Handlung sind dagegen nominalskaliert, d. h., feststellbar im Sinne von beobachtbar. Die Ausprägungen quantitativer Merkmale werden also gemessen, die Ausprägungen qualitativer Merkmale beobachtet. Sowohl an eine Messung als auch an eine Beobachtung kann sich im Übergang zur Auswertung eine Häufigkeitsauszählung anschließen.

Bei quantitativen Merkmalen wird noch zwischen stetigen und diskreten Merkmalen unterschieden, wobei stetige Merkmale wie z.B. das Alter viele verschiedene Ausprägungen annehmen können, d. h., stetige Merkmale sind messbar, während diskrete Merkmale wie etwa die Anzahl der Geschwister nur als Häufigkeiten in ganzen Zahlen erfasst werden können, d. h., ihre Ausprägungen sind zählbar.

Bei qualitativen Merkmalen sind solche mit zwei Ausprägungen (z.B. das biologisches Geschlecht) dichotom, solche mit mehr als zwei Ausprägungen (z.B. soziales Geschlecht) mehrkategorial. Man unterscheidet auch Merkmale in natürlich vs künstlich, wobei natürliche qualitative Merkmale sozusagen im Gegenstandsbereich vorgegeben sind wie die Augenfarbe, während es sich bei künstlichen qualitativen Merkmalen um Konstrukte handelt, die von den ForscherInnen selbst postuliert werden, etwa wie die soziale Schicht.

Siehe dazu unabhängige Variable und abhängige Variable.




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