Yoga – Yogatherapie

Yoga ist ein Entspannungsverfahren, das mittels körperlicher und seelischer Übungen nach der traditionellen Auffassung Weisheit bringen und von Schmerz befreien soll und in der psychologischen Therapie bei Angst- und Spannungszuständen eingesetzt wird. Diese Verbindung zwischen dem seelischen und körperlichen Wohlbefinden wird als psychosomatisch bezeichnet, sodass bei diesen psychosomatischen Beschwerden der ganzheitliche Ansatz des Yoga einen wirkungsvollen Beitrag leisten kann, denn viele chronische körperliche Beschwerden wie Migräne, Schlafstörungen, Allergien, Tinnitus, Kopfschmerzen, Burnout, aber auch Rückenschmerzen oder Bluthochdruck können psychisch bedingt sein oder sie werden durch Stress oder Ängste verstärkt.

Unter dem Begriff Yoga werden verschiedene dabei geistige und körperliche Übungen verstanden, die auf einer indischen philosophischen Lehre beruhen, in deren Mittelpunkt der Weg zu Gott steht. Dabei wird nicht explizit auf einen konkreten Weg hingewiesen, da es verschiedene nebeneinander bestehende Lehren gibt, die unterschiedliche Bezeichnungen führen. Yoga vereint  hinduistischen und die buddhistischen Wurzeln, wird aber in den westlichen Ländern kaum noch in ihren Grundzügen ausgeübt, sondern es steht ein holistischer Ansatz im Vordergrund, der einen Ausgleich zwischen Körper, Geist und Seele schaffen soll. Die Praxis des Yoga ist sowohl meditativ wie auch körperbezogen, und die Übungen werden häufig neben einer Förderung der psychischen Gesundheit zur Entwicklung der eigenen Persönlichkeit verwendet. Sowohl psychische als auch physische Effekte konnten bereits in Studien belegt werden, wobei vor allem bei Stress, Burnout, Schlafstörungen, Angsterkrankungen sowie bei Kopf- und Rückenschmerzen positive Effekte erzielt werden konnten. Häufig wird auch die präventive Wirkung der Techniken betont.

Bei körperlichen Beschwerden, etwa bei chronischen Schmerzen und bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist der positive Effekt von Yoga gut belegt. Yoga ist dabei als eine weit verbreitete Freizeitaktivität ein niedrigschwelliger und gut akzeptierter Therapieansatz, denn es ist kostengünstig und hat kaum Risiken oder Nebenwirkungen.  Neuere Studien zur Wirksamkeit von körperorientiertem Yoga zeigen, dass mit Atem- und Körperübungen als zentrale Bestandteile von Yoga auch einen vielversprechenden ergänzenden Ansatz in der Behandlung psychischer Störungen darstellt. In einer Metastudie zeigte sich ein signifikanter Effekt von Yoga, was die Linderung der Symptome der betrachteten Störungen anbetrifft, allerdings sind die Effekte sehr heterogen, denn im Vergleich mit Sport oder Aufmerksamkeitskontrolle erwies sich Yoga nur als leicht effektiver. Als Ergänzung zu einer medikamentösen Behandlung war Yoga aber etwa genauso wirksam wie eine psychotherapeutische Standardbehandlung. Körperorientiertes Yoga sollte daher als ergänzende Behandlungsmöglichkeit bei psychischen Störungen in Betracht gezogen werden, denn es kann störungsspezifische Symptome reduzieren und zur Verbesserung von Wohlbefinden und Lebensqualität beitragen (Klatte et al., 2016).

In Untersuchungen (Grad et al., 2014) hatte sich gezeigt, dass die fluide Intelligenz bei erfahrenen Yoga-Praktizierenden und Meditierenden weniger schnell abnimmt als bei Menschen, die sich dieser Techniken nicht bedienen, aber deren Bildung und Lebensstil vergleichbar sind. Bei jenen Studienteilnehmern, die Yoga oder Meditation praktizierten, konnte insgesamt ein effizienterer Informationsfluss im Gehirn nachgewiesen werden als in der Kontrollgruppe, da die Informationen zwischen den Hirnregionen bei ihnen besser verarbeitet und eingeordnet wurden.


Beispiel einer Yoga Entspannungsübung

Die folgende mp3-Datei enthält eine 17 Minuten dauernde Yoga-Vidya-Entspannungs-Übung, gesprochen von Barbara Bosch, Mitarbeiterin der Psychologischen Yogatherapie (http://www.yoga-vidya.de/yoga-psychologie.html). Die Übung beginnt mit An- und Entspannung der einzelnen Körperteile, es folgen Körperwahrnehmung mit Autosuggestion und im Zustand der tiefen Entspannung Visualisierung und positive Sätze.

[Quelle: http://www.yoga-vidya.de/yoga-psychologie.html]

Eine komplette Yogastunde von derselben Quelle, die bei Stress und Unruhe wirkt: Es ist eine sanfte Yogastunde, die für Anfänger und Geübte geeignet ist. Sie beinhaltet eine kurze Anfangsentspannung, Atemübungen, Sonnengruß und Asanas (Körperhaltungen) und am Ende eine lange geführte Entspannung.

[Quelle: http://www.yoga-vidya.de/yoga-psychologie.html]


Yogi-Tee als Unterstützung der Entspannung

Der Yoga Lehrer Yogi Bhajan brachte nicht nur seine Lehren in den Westen, sondern hat auch eine eigene Gewürzmischung entwickelt, die die drei H des Yoga als Prinzip haben: healthy, happy, holy. Diese ayurvedischen Gewürzteemischungen wurden für jeden Geschmack entwickelt und sollen gesund (healty) und glücklich (happy) machen, wobei der Einzelne für das dritte „H“ (heilig) schon selbst sorgen sollte. Diesen Yoga Tee oder auch Yogi Tee gibt es im Teebeutel oder lose in speziellen Mischungenzur Stärkung der Atemwege, der Verdauung und vieles mehr in den einschlägigen Shops zu kaufen. Menschen, die Yoga praktizieren, finden in der Rezeptur von Yogi Bhajan eine motivatorische Unterstützung zur Pflege von Körper, Geist und Seele. Angeblich profitieren auch Nicht-Yogi davon, zumindest sollen diese Teemischungen gut schmecken. Man findet den Yogi Tee meist in den Aromen von Hibiskus, Vanille, Jasmin, Limone und Ingwer. Man kann sich diesen Tee aber auch selber machen: 4 Gewürznelken, 4 Pfefferkörner, eine Zimtstange, 1 Stück Ingwerwurzel und 4 Kardamonkapseln im Mörser zerstoßen und die Gewürze etwa 20 – 30 Minuten in 1/4 Wasser mit Milch kochen, abschmecken und dann hoffentlich auch geniessen. Ein Rezept mit Ingwer findet sich hier: http://de.wikibooks.org/wiki/Kochbuch/_Yogitee

Kurioses: Superbrain-Yoga – ein Wundermittel zum besseren Lernen?

Literatur
Gard, T., Taquet, M., Dixit, R., Hölzel, B. K., de Montjoye, Y.-A., Brach, N., Salat, D. H., Dickerson, B. C., Gray, J. R. & Lazar, S. W. (2014). Fluid intelligence and brain functional organization in aging yoga and meditation practitioners. Front. Aging Neurosci. 6:76. doi: 10.3389/fnagi.2014.00076
Klatte, R., Pabst, S., Beelmann, A. & Rosendahl J. (2016). Wirksamkeit von körperorientiertem Yoga bei psychischen Störungen: Systematische Literaturübersicht und Meta-Analyse. Deutsches Ärzteblatt International, 113, 195-202.


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