Jugendkultur

1. Definition:
„Jugendkultur, in moderneren Gesellschaften westl. Prägung die durch die Jugend bzw. (große) Teile von ihr repräsentierten Einstellungen, Verhaltensweisen, Lebensentwürfe, Kommunikationsformen, Symbolbildungen, Selbstdarstellungen und Konfliktpotenziale; innerhalb der Gesamtgesellschaft, oft in Verbindung mit bestimmten Musikformen (z.B. Rock, Pop, Techno) und/oder der Favorisierung bestimmter Markenprodukte (bes. Kleidung), eigene jugend. Subkulturen (Szenen) ausbildend. – Der Sammlung und wiss. Dokumentation von authent. Zeugnissen der Jugendkultur (Musik, Fanzines, Videos, Buttons, Aufkleber u.a.) widmet sich in Dtl. Bes. das Berliner Archiv der Jugendkulturen e.V. (gegr.1998). In Ö betreibt das Institut für Jugendkulturforschung (gegr. 2001) Grundlagen- und Auftragsforschung und macht die Forschungsergebnisse in Buchpublikationen und Fachzeitschriften einer breiten Öffentlichkeit zugänglich“ (ohne Autor, 2006, S. 61f).

2. Definition:
„Der Begriff Jugendkultur schließt an G.A. Wyneken und die Jugenddiskussion der 1920er Jahre an und betrachtet die Jugend im Rahmen der Kultursoziologie (R. Williams) unter dem Aspekt, inwieweit sich Einstellungen, Verhaltensweisen, Lebensentwürfe, Kommunikationsformen, Symbolbildungen, Selbstdarstellungen und Konfliktpotenziale Jugendlicher als eigenständige kulturelle Praxis auffassen lassen“ (ohne Autor, 2006, S. 276).

3. Definition:
„Jugendkultur, youth culture, allgemein die Gesellschaftsform von Jugendlichen sowie die darin wirkenden Normen und Wertvorstellungen, durch die sich Jugendliche (in der modernen Gesellschaft) von Erwachsenen unterscheiden. Die Bezeichnung J. wird in vielfältiger Bedeutung und manchmal unscharf gebraucht“ (ohne Autor, 1971, S.321).

4. Definition:
„1. meint die → Normen, → Werte, Vorstellungen und daraus resultierende → Verhaltensweise, die sich von denen der Erwachsenen systematisch und typisch unterscheiden. Elemente einer J. sind Moden, Musik etc.;
2. unter J. versteht man auch auf der Basis von 1. die spezifischen Formen der Organisation der sozialen Kontakte, z.B. in → gangs, → Cliquen oder anderen Konfigurationen, die eine eigene → soziale Kontrolle ausüben“ (ohne Autor, 1994, S.289).

5. Definition:
„Bezeichnung für das von Erwachsenen abweichende Verhalten von Jugendlichen, die sich zu einer bestimmten Kultur ausformt. Jugendliche entwickeln eigene Werte, Rituale, Kulturmuster und Lebensstile, die oft in despektierlicher und selbstbewusster Abgrenzung von der mittleren und älteren Generation ausgeprägt und gelebt werden. J.en entwickeln im histor. Prozessverlauf von Generation zu Generation neue Stile und Muster. Demzufolge unterscheiden sich J.en in unterschiedlichen Gesellschaften ganz beträchtlich. Aber auch in einer bestimmten Gesellschaft bilden sich in Abhängigkeit von sozialer Schicht, Bildung und Interessenlage unterschiedlicher J.en, die sich teilweise wie unterschiedliche Stämme entweder feindselig oder gleichgültig gegenüberstehen“ (Reinhold G., 1992, S.408).

Verwendete Literatur
Bergius, R., Groothoff, H.H., Metzger, W., Nave-Herz, R., Neidhardt, F., Nummer-Winkler, G., Rauschenberger, H., Rolgg, H.G., Saber, W., Schaaf, J. J., Hülst, D.S., Thomae, H., Vogel, M.R. (1971). Aufwachsen und Erziehung als Gegenstände verschiedener Wissenschaften. Berlin: Rembrandt Verlag GmbH.
Fuchs-Heinritz W., Lautmann R., Rammstedt O., Wienold H. (1994). Lexikon der Soziologie. Opladen: Westdeutscher Verlag.
Ohne Autor (2006). Das Lexikon für Österreich in 20 Bänden. Mannheim: Dudenverlag
Ohne Autor (2006). Brock Haus – Die Enzyklopädie in 24 Bänden. Leipzig: wissmedia GmbH.
Reinhold, G. Lamnek, S., Recker, H. (1992). Soziologie-Lexikon. München: R. Oldenbourg Verlag GmbH.

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