vorsprachliche Kommunikation

„Kommunikationsform mit Kindern oder Tieren, die sich auf Mimik, Gestik und paraverbale Lautet stützt (nonverbale Kommunikation)“ (ohne Autor, o.J.).

Vorsprachliche Kommunikation ist nonverbale Kommunikation mit Babys und kann bereits kurz nach der Geburt stattfinden. Diese Art der Kommunikation beginnt, wenn ein Baby anfängt die mimischen Gesten seines Gegenübers zu imitieren. Nach einigen Monaten können die Kleinkinder auch Körpergesten und Laute nachahmen und somit die Kommunikation ausbauen (vgl. Pauen, 2011, S. 186-188).

„In der vorsprachlichen Kommunikation interagieren Mutter und Kind mit beobachtbaren nonvokalen und vokalen Verhaltensformen miteinander. Sie drücken sich einerseits durch klassische Kommunikationsformen wie Blickverhalten, Mimik, Gestik, Prosodik der Sprache aus andererseits durch allgemeine motorische Verhaltensklassen wie Körperhaltung, Bewegungsdynamik, Muskeltonus und vegetative Reaktionen des Körpers wie Temperatur, Farbe und Feuchtigkeit der Haut sowie Tempo und Rhythmus der Atmung“ (Wegner, 1996, S. 13-14).

Eine Art des Informationsaustausches, die ohne die Verwendung von Sprache stattfindet. Dabei werden unterschiedliche Komponenten eingesetzt, diese sind Körperhaltung- und Bewegung, Körperkontakt, räumliche Faktoren und die Art des Sprechens (vgl. Watzlawick et al., 1980 zitiert nach Claus, 1995, S. 324).

Nonverbale Kommunikation ist unabhängig von Worten, dennoch kann sie sehr eindrucksvoll sein. Diese Art der Kommunikation unterscheidet sich in den unterschiedlichen Kulturen und muss deshalb in anderen Ländern sehr vorsichtig angewandt werden (vgl. ohne Autor, 1995, S. 207-208).


Bekanntlich lesen Menschen auch aus der Mimik von Tieren bzw. versuchen es zumindest. Offen ist dabei, ob etwa das Tier mit seinen Gesichtsausdrücken kommunizieren will oder ob diese nur reflexive Äußerungen seiner Gefühlszustände sind. Britische Forscher untersuchten in einem Experiment Hunde verschiedenster Rassen, deren Mimik sie auf Video aufnahmen und auswerteten. Dabei blickten die Experimentatoren die Hunde entweder an oder kehrte ihnen den Rücken zu, hielten Futter in den Händen oder hinter ihrem Rücken. Die Hunde zeigten dabei deutlich mehr Mimik, wenn die Experimentatoren sie ansahen, während das Anbieten von Futter zwar die Erregung der Tiere beeinflusste, nicht aber ihre Gesichtsausdrücke. Die Hunde zeigten dabei einen Gesichtsausdruck, bei dem die Zunge leicht sichtbar wird, und einen, bei dem sie die innere Region über dem Auge anhoben. Vor allem dieser Blick, der für Menschen etwas Treuherziges hat und an das Zuzwinkern von Menschen erinnert, dürfte in der Domestikation und Selektion von Hunde wichtig gewesen sein, , denn er ähnle dem Blick, mit dem Menschen Traurigkeit ausdrücken, und verstärkt damit die Empathie von Menschen für Hunde, die so dreinschauen können. Dazu läßt er die Augen größer wirken, was dem Kindchenschema entspricht. Nach wie vor fraglich ist, ob eine solche Mimik aus einem wirklichen Verständnis des Innenlebens des menschlichen Gegenübers kommt oder ob sie eher eine erlernte oder angeborene Reaktion auf den Anblick von dessen Gesicht ist. Quelle: Die Presse vom 20. Oktober 2017


Literatur

Clauß, G. Hrsg. (1995). Nonverbale Kommunikation. In Fachlexikon abc – Psychologie (S. 324). Frankfurt: Verlag Harri Deutsch.
Pauen, S. (2011). Vom Baby zum Kleinkind – Entwicklungstagebuch zur Beobachtung und Begleitung in den ersten Jahren. Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag.
Wegner, U. (1996). Das erste Gespräch – Kommunikationsformen zwischen Mutter und Kind unmittelbar nach der Geburt. Münster: Waxmann Verlag.
Ohne Autor (o.J.). Vorsprachliche Kommunikation. In Psychology 48 – Das Psychologie Lexikon. Online im Internet: http://www.psychology48.com/deu/d/vorsprachliche-kommunikation/vorsprachliche-kommunikation.htm (abgerufen am 18. November 2011).
Ohne Autor (1995). Nonverbale Kommunikation. In Deninger, B. & Friedlich H., Lexikon der Psychologie (S. 207 – 208). München: Wilhelm Heyne Verlag.



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