Verkehrspsychologie

Die Verkehrspsychologie befasst sich u. a. etwa mit der Frage, wie man den Straßenverkehr sicherer machen kann, d.h., wie kann man AutofahrerInnen zu verantwortungsvollem Verhalten bringen, es geht also etwa um Verkehrsübertretungen, um Müdigkeit, Alkohol und Drogen. Hierbei beschäftigt man sich mit den Detaildisziplinen Wahrnehmungspsychologie, Diagnostik, pädagogische Psychologie oder Evaluation. Was kann man etwa tun, um die Unfallzahlen zu senken?
Die Ergebnisse von VerkehrspsychologInnen fließen auch direkt in die Entwicklung von Navigationssystemen: Wie kann man diese gestalten, damit die Informationen vom Autofahrer verarbeitet werden, ohne dass er zu stark abgelenkt wird? Die meisten VerkehrspsychologInnen arbeiten als Gutachter und beurteilen so zum Beispiel AutofahrerInnen, die ihren Führerschein wegen Alkohol- oder Drogenmissbrauch verloren haben. Aber auch an Universitäten oder in der Autoindustrie werden VerkehrspsychologInnen angestellt (vgl. Stangl, 2011).

Die Verkehrspsychologie ergründet die Voraussetzungen für eine sichere, nachhaltige und zufriedene Mobilität um gezielte Maßnahmen zur Verbesserung des Mobilitätsangebotes, zum Schutz der Umwelt und zur Erhöhung der Verkehrssicherheit ableiten, entwickeln und umsetzen zu können (vgl. Kroj & Holte, 2006, S. 851).

„Verkehrspsychologie untersucht die Verkehrsfragen (aller Verkehrsbereiche) hinsichtlich ihrer psychischen Bedingungen und Auswirkungen, wobei zahlenmäßig der Fahrverkehr (und hier wiederum der Straßenverkehr) die größte Rolle spielt“ (Hehlmann, 1965, S. 610).

Die Verkehrspsychologie beschäftigt sich mit Fragen der Unfallverhütung, der Eignung zur Verkehrsteilnahme oder der Anpassung von Apparaturen und Signalen an Wahrnehmungs- und Reaktionstendenzen des Menschen (vgl. Kraak, 1980, S. 44).Die Verkehrspsychologie ist Teil der angewandten Psychologie, welcher Fragen der Anpassung des Menschen an den Verkehr und die Angleichung der Verkehrseinrichtungen an die menschlichen Voraussetzungen zum Ziel hat (vgl. Dorsch, 1963, S. 351).

„Die Verkehrspsychologie kann als Teil der angewandten Psychologie betrachtet werden und befasst sich mit der wissenschaftlichen Behandlung von psychologischen Problemen, die sich aus dem motorisierten Straßenverkehr, aus dem Eisenbahnverkehr sowie aus dem Luftverkehr ergeben“ (Annold, Eysenck & Meili, 1972, S. 699).

Literatur

Annold, W., Eysenck, H.J. & Meili, R. (1972). Verkehrspsychologie. Lexikon der Psychologie. Freiburg: Verlag Herder.

Dorsch, F. (1963). Verkehrspsychologie. Psychologisches Wörterbuch. Berlin: Heenemann KG.

Hehlmann, W. (1965). Verkehrspsychologie. Wörterbuch der Psychologie. Stuttgart: Alfred Kröner Verlag.

Kraak, B. (1980). Ausbildung in Psychologie. In R. Asanger & G. Wenninger (Hrsg.), Handwörterbuch der Psychologie (S. 43 – 49). Weinheim & Basel: Beltz Verlag.

Kroj, G & Holte, H. (2006). Verkehrspsychologie. In K. Pawlik (Hrsg.), Handbuch Psychologie. Wissenschaft – Anwendung – Berufsfelder (S.851 – 859). Heidelberg: Springer Medizin Verlag.

Stangl, W. (2011). Berufliche Tätigkeitsfelder von PsychologInnen.
WWW: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/WISSENSCHAFTPSYCHOLOGIE/PsychologieTaetigkeit.shtml (11-11-17)



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