Testpsychologie

Testpsychologie ist ein Teilbereich der Psychologie, der sich mit der Konstruktion, Anwendung und Beurteilung von psychologischen Testverfahren befasst.

„Psychologische Tests sind in der Regel aufwendig konstruierte, wissenschaftliche Routineverfahren zur Untersuchung eines oder mehrerer empirisch abgrenzbarer Persönlichkeitsmerkmale. Ziel ist eine möglichst quantitative Aussage über den relativen Grad von Merkmalausprägungen zu treffen“ (Lienert zit. nach Schneider & Niebling, 2008, S. 40).

Bei psychologischen Erkrankungen bilden testpsychologische Untersuchungen ein wesentliches Element der klinischen Diagnostik. Die Ergebnisse sind wertvolle Zusatzinformationen zur Diagnose und Differenzialdiagnose. Weiters wird die Bestimmung des Verlaufs erleichtert. Teilweise reicht dazu das klinische Urteil alleine nicht aus (vgl. Schneider & Niebling, 2008, S. 40).

Testpsychologische Verfahren ermöglichen auf der einen Seite Schlüsse über die Kompetenzen bzw. Stärken und die Defizite einer Testperson. Auf der anderen Seite werden interessante Informationen über die „Ätiologie der Symptomatik“ und über Faktoren zur Beibehaltung der Symptomatik gewonnen (vgl. Bogyi et al., 1995, S. 86f).

Testpsychologische Untersuchungen liefern hinsichtlich ihrer psychometrischen Eigenschaften bedeutende, messbare und objektiv erfassbare Messwerte aus dem Leistungs- und Persönlichkeitsbereich. Wichtig ist, dass die Organisation dieser Tests (Durchführung, Auswertung, Interpretation) unbedingt von speziell dafür ausgebildeten Personen übernommen wird, sprich Diplom-Psychologen, Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie, etc. (vgl. Schneider, Frister & Olzen, 2010, S. 76).

Von psychologischer Testung spricht man, wenn den Prozess der Anwendung psychologischer Tests meint. Dabei garantieren die Gütekriterien Objektivität, Reliabilität und Validität die Wissenschaftlichkeit der Tests (vgl. Henke, 2009, S. 3). In der Testpsychologie werden lt. den Autoren Lenz, Küfferle & Friedrich (2002) folgende Arten von Tests unterschieden:

  • Intelligenztests
  • Leistungstests
  • projektive Tests
  • Persönlichkeitsfragebögen

Es wird festgehalten, dass die Testpsychologie keinen Ersatz für die klinische Diagnose darstellt. Der Grund dafür ist, dass Teilleistungen auch unterschiedlich interpretiert werden können (vgl. Lenz et al., 2002, S. 89).

Literatur

Bogyi, G., Günther, V., Hexel, M. & Schweigkofler, H. (1995). Psychologie für Psychotherapeuten. Wien: Facultas-Univ.-Verlag.

Henke, M. (2009). Prüfungen und ihre Folgen aus psychologischen Gesichtspunkten. Norderstedt Germany: Grin Verlag.

Lenz, G. & Küfferle, B. (1998). Klinische Psychiatrie. Wien: Facultas Verlags- und Buchhandels AG.

Schneider, F., Frister, H. & Olzen, D. (2010). Begutachtung psychischer Störungen. Berlin Heidelberg: Springer Verlag GmbH.

Schneider, F. & Niebling W. (2008). Psychologische Erkrankungen in der Hausarztpraxis. Heidelberg: Springer Medizin Verlag.

 





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