Sensibilisierung – Desensibilisierung

Kurzdefinition: Sensibilisierung bezeichnet jenen psychischen Prozess, durch den bei Reizen, die für den Organismus wichtig sind, da sie eine Gefahr signalisieren können, bei wiederholter Konfrontation keine Gewöhnung an Reiz sondern eine Verstärkung der Reaktion stattfindet. Die Sensibilisierung ist im Übrigen wesentlich schlechter reversibel als eine Habituation.

Wenn manche, beim Menschen individuell unterschiedliche, Signalreize wiederholt dargeboten werden, wird die Orientierungsreaktion nicht schwächer, sondern verstärkt sich sogar noch und steigert sich zu einer unangenehmen, oft sogar hinderlichen Angstreaktion. Wir sprechen hierbei von Sensibilisierung (vgl. Tücke, 2003, S. 79).

Der Begriff Sensibilisierung bezeichnet die Zunahme der Stärke einer Reaktion bei wiederholter Darbietung desselben Reizes. Der gegenteilige Prozess einer Abnahme der Reaktionsstärke ist die Habituation (vgl. Wikipedia).

Sensibilisierung, Wahrnehmungsforschung: die Steigerung der Reaktionsbereitschaft auf Reize. So werden z. B. unsere Augen durch längere Dunkelheit für Lichtreize sensibilisiert; Hungerperioden schärfen den Geruchssinn für den Duft von Speisen (vgl. Enzyklo).

Desensibilisierung ist, wie der Name schon beinhaltet, das Gegenteil von Sensibilisierung. Bei der Desensibilisierung handelt es sich um die Überwindung von unkontrollierbaren Vermeidungsverhalten (insb. Angstverhalten). Dies geschieht durch die Reduzierung von Emotionen in bestimmten absichtlich erzeugten Situationen (vgl. Burkhard & Kraiker, 1991, S. 33).

Desensibilisierung bezeichnet den Vorgang des schrittweisen Abbaus von neurotischen Angstreaktionsgewohnheiten. Der Patient wird in einen angstfreien Zustand versetzt. Danach wird er schwachen Angstreizen ausgesetzt. Nach mehrmaliger Konfrontation mit diesen schwachen Angstreizen verlieren diese Angstreize ihre angsterregende Wirkung. Jetzt wird mit stärkeren Angstreizen fortgefahren. Da der Patient mit schwachen Reizen beginnt und sich dann zu stärkeren steigert bezeichnet man das Verfahren als systematisch. Eltern wenden das Verfahren der systematischen Desensibilisierung oft intuitiv bei ihren Kindern an ohne es extra erlernt zu haben (vgl. Wolpe, 1974, S. 103).

Literatur

Burkhard, P. & Kraiker, C. (1991). Hypnose und Verhaltenstherapie. Bern: Verlag Hans Huber.

Enzyklo, online Enzyklopädie. Sensibilisierung. Online im Internet: WWW: http://www.enzyklo.de/Begriff/Sensibilisierung (16.11.2011).

Tücke, M. (2003). Grundlagen der Psychologie für (zukünftige) Lehrer. Münster: Lit Verlag.

Wikipedia, die freie Enzyklopädie. Sensibilisierung. Online im Internet: WWW: http://de.wikipedia.org/wiki/Sensibilisierung (16.11.2011).

Wolpe, J. (1974). Praxis der Verhaltenstherapie. Bern: Verlag Hans Huber.




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