Selbstwirksamkeitserfahrung

Menschen, die aufgrund erwiesener Leistungsfähigkeit aus der dadurch begründeten Selbstwirksamkeitserwartung heraus leben, zeigen gute berufliche Leistungen, niedrigere Stressreaktionen, bewältigen kritische Lebensereignisse schneller, plagen sich seltener mit Angststörungen und Depressionen herum, haben eine hohe Schmerztoleranz, ein besseres Immunsystem sowie zufriedenstellende Sozialbeziehungen, und weisen dadurch ein insgesamt höheres Wohlbefinden auf. Sie haben also eine positive Selbstwirksamkeitserfahrung gemacht, und aus einer solchen psycho-mentalen Konstellation heraus setzen sich Menschen, die sich als selbstwirksam erlebt haben, höhere, aber erreichbare Ziele und gehen davon aus, diese Ziele auch zu erreichen. Die Quelle ihrer Entschluss- und Antriebskraft ist dabei zum einen ihre höhere Motivation, die sich aus der Erfahrung speist, nicht von Glück, Zufällen oder der Gunst der Umstände abhängig zu sein, sondern tatsächlich stabil leistungsfähig zu sein, zum anderen haben sie eine bemerkenswerte Ausdauer, die bei der Aufgabenbewältigung und der Zielverfolgung noch zunimmt. Das alles unterscheidet solche Menschen von den von ihrer Leistungsfähigkeit weniger überzeugten.

1. Definition

„Selbstwirksamkeit [engl.: self efficacy], ein Zentralkonzept der sozial kognitiven Lerntheorie Banduras (1977): eine selbstbezogene Kognition, die subjektive Erwartungen darüber beinhaltet, ob in bestimmten Situationen Handlungsmöglichkeiten zur Bewältigung eben dieser Situationen zur Verfügung stehen. Selbstwirksamkeit meint also ein grundlegendes Gefühl der Kompetenz und Macht“ (Städtler, 2003, S. 971f).

2. Definition
„Selbstwirksamkeit: bezieht sich auf die Kompetenz zur Ausübung zielorientierter Handlungen“ (Rost, 2010, S. 388).

3. Definition
„Selbstwirksamkeit im Hinblick auf die Bewältigung einer anstehenden Situation soll in erster Linie auf früheren Erfahrungen in ähnlichen Situationen beruhen“ (Rost, 2010, S. 770).

4. Definition
Selbstwirksamkeitserwartung: bezeichnet das einfache Überlegen, die kognitive Repräsentation über zukünftiges Verhalten. Es gibt vier große Einflussfaktoren, die die Ausführung von Verhalten beeinflussen: die eigene Ausführung von Verhalten, das Beobachten anderer, verbale Berichte und eigene physiologische Erregung. Am stärksten beeinflusst mein zukünftiges Verhalten die eigene Ausführung von Verhalten (vgl. Schorr, 1993, S. 445f).

5. Definition
„Selbstwahrnehmung: Die S. wird als integrierter, ganzheitlicher Prozeß verstanden, der sich sowohl auf den eigenen Körper als auf die eigene Psyche beziehen kann. Die S. kann wiederum Gegenstand der eigenen Betrachtung Wertung und Einstellung sein“ (Rombach, 1971, S. 73).

Literatur

Rombach, H. (1971). Selbstwahrnehmung. Lexikon der Pädagogik 4. Freiburg: Herder Verlag.
Rost, Detlef H. (2010). Selbstwirksamkeit. Handwörterbuch. Pädagogische Psychologie. Basel, Weinheim: Beltz Verlag.
Schorr, A. (1993). Selbstwirksamkeitserwartung. Handwörterbuch der angewandten Psychologie. Die angewandte Psychologie in Schlüsselbegriffen. Bonn: Deutscher Psychologen Verlag GmbH.
Städtler, T. (2003). Selbstwirksamkeit. Lexikon der Psychologie. Stuttgart: Kröner.
Stangl, W. (2016). Was macht Menschen erfolgreich?
WWW: http://www.stangl-taller.at/bemerkt/was-macht-menschen-erfolgreich/ (16-08-12)

 





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