Ringelmann-Effekt

Der französische Ingenieur Maximilian Ringelmann entdeckte Ende des 19. Jahrhunderts in einem Versuch, bei dem Menschen an einem Seil ziehen sollten, das Phänomen des sozialen Faulenzens, denn die Zugkraft nahm je Teammitglied ab, je größer die Gruppe wurde. Teams fördern also seiner Meinung nach Drückebergertum, indem mit steigender Anzahl der Gruppenmitglieder die Leistung des Einzelnen sinkt. Man hält es für eines der ersten sozialpsychologischen Experimente zur Leistungsfähigkeit von Menschen in Gruppen.
Allerdings ist beim Ringelmann-Effekt unklar, ob der Leistungsabfall in der Gruppe durch den Motivationsverlust herrührt oder durch die fehlende bzw. mangelnde Koordination der TeilnehmerInnen untereinander. Bei späteren Überprüfungen des Ringelmann-Effekts bestätigte sich bei Tauziehversuchen eine reduzierte Kraft der einzelnen Personen mit steigender Gruppengröße, die aber auf Grund problematischen Experimentaldesigns nicht immer eindeutig einer der beiden Erklärungsmöglichkeiten zuordenbar war.

Siehe auch den Numbers-Effekt

Literatur
Ingham, A.G., Levinger, G., Graves, J. and Peckham, V. (1974). The Ringelmann Effect: Studies of group size and group performance. Journal of Experimental Social Psychology, 10, 371–384.
Stangl, W. (1998). Lernen in Gruppen.
WWW: http://www.stangl-taller.at/ARBEITSBLAETTER/LERNEN/Gruppenlernen.shtml (98-02-05)


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