subjektives Wohlbefinden

Das subjektive Wohlbefinden bedeutet in der Psychologie das  von einem Menschen selbst wahrgenommene Gefühl des Glücks im Leben oder der Zufriedenheit mit dem Leben. Dieses Konstrukt wird zusammen mit anderen Maßen des objektiven Wohlbefindens wie körperlichen und ökonomischen Faktoren dazu verwendet, um die Lebensqualität von Menschen zu beschreiben.

Wenn Menschen in ihrem Leben auf neue Herausforderungen treffen, kommt in der Regel ihr System von Ressourcen und Anforderungen aus der Balance, d. h., der Mensch muss seine Ressourcen anpassen, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden. Stabiles Wohlbefinden entsteht nämlich erst wieder dann, wenn ein Mensch die psychologischen, sozialen und physischen Ressourcen besitzt, die er benötigt, um einer psychologischen, sozialen und oder physiologischen Anforderung gerecht zu werden, denn erst die Nutzung der eigenen Ressourcen bei der Bewältigung der neuen Anforderungen wird mit Wohlbefinden belohnt, während etwa Abhängigkeit von anderen Menschen Unbehagen auslösen kann.

Die sechs Säulen des Wohlbefindens

Für längerfristiges Wohlbefinden benötigt man positive Emotionen, eine Aufgabe, für die man brennt, stabile Beziehungen und einen Sinn im Leben, sei es privat oder beruflich. Zu viel Aktivität kann dieses Wohlbefinden zerstören, d. h., man benötigt Rückzugsorte und Zeiten der Stille, also Zeiten, in denen man einfach ruhig werden, reflektieren und bei sich sein kann. Nach Carol Ryff (1989) sind die sechs Säulen des Wohlbefindens Selbstakzeptanz, soziale Beziehungen, Autonomie, Lebenszweck, aktive Umweltgestaltung und persönliches Wachstum.

Zu diesen Imperativen des Wohlbefindens gehört schließlich auch die Fähigkeit eines Menschen, sich an veränderte Lebensbedingungen und Probleme anpassen zu können, denn ob ein Mensch glücklich ist oder nicht hängt in hohem Ausmaß davon ab, wie er auf Geschehnisse in seinem Leben reagiert und welche Bedeutung er diesen beimisst. Es kommt daher nicht darauf an, ob ein Mensch ein leichtes oder ein schweres Leben hat, sondern vielmehr darum, ob es ihm gelingt, mit zwangsläufig auftauchenden Problemen und Hindernissen umzugehen. Bekanntlich hängt Glück nicht davon ab, was ein Mensch über sich und sein Leben denkt, sondern wie bei der Angst sind es nicht die Dinge, die den Menschen Angst machen, sondern das, was sie über die Dinge denken.

Literatur

Ryff, C. (1989). Happiness is everything, or is it? Explorations on the meaning of psychological well-being. Journal of Personality and Social Psychology, 57, 1069–1081.
Ryff, C., & Keyes, C. (1995). The structure of psychological well-being revisited. Journal of Personality and Social Psychology, 69, 719–727.
http://www.liberalarts.wabash.edu/ryff-scales/ (05-11-17)



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