Top-down-Verarbeitung

Die Aufnahme von Sinnesdaten in das Wahrnehmungssystem, ihre Weiterleitung und die Gewinnung von Informationen aus diesen Daten nennt man Bottom-up-Verarbeitung oder auch datengeleitete Informationsaufnahme und -verarbeitung. Dabei kommt es zu einer Umwandlung der konkreten physikalischen Reizeigenschaften in abstrakte Repräsentationen. In der dritten Stufe, der Klassifikation, wirken dann Top-down-Prozesse, wobei diese konzeptgesteuerten und vorstellungsgeleiteten Vorgänge dann die Interpretation der ankommenden Daten steuern.
Dieser Prozess wird durch das zur Verfügung stehende im Gedächtnis gespeicherte Wissen, die Erwartungen, Motivationen sowie durch Emotionen beeinflusst. In der Regel laufen Top-down-Prozesse schon während des gesamten Wahrnehmungsprozesses, denn so beeinflussen Schemata und Erwartungen wie auch Emotionen die Aufnahmebereitschaft einer Person gegenüber bestimmten Reizen, was zu einer selektiven Wahrnehmung führt, sodass der jeweilige Kontext eine wichtige Rolle spielt.
In der Regel ist Wahrnehmung immer in aktives Handeln eingebettet, sodass man nur das wahrnimmt, was für das aktuelle Handeln des Individuums relevant ist, denn sonst würde es ständig von einer Flut an Reizen und Informationen überwältigt.
Mit Top-down-Verarbeitung meint man in der Psychologie also die absteigende, konzeptgesteuerte Informationsverarbeitung, die durch höhere mentale Prozesse gesteuert wird, etwa wenn Menschen Wahrnehmungen auf Grund ihrer eigenen Erfahrungen und Erwartungen interpretieren.

Literatur

Zimbardo, P. G. & Gerrig, R. J. (1999). Psychologie. Berlin, Heidelberg: Springer-Verlag.




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