Craving

Craving oder Substanzverlangen ist ein Fachbegriff aus dem Bereich der Suchtmedizin und beschreibt den Suchtdruck, wobei der Begriff das unwiderstehliche Verlangen bis hin zum Zwang beschreibt, das bei Zwangs- und Suchterkrankungen vorkommt. Es ist zu beachten ,das mit Craving  ein subjektives Gefühl bezeichnet wird und nicht das Verhalten. Bei den von Craving Betroffenen besteht der starke Wunsch, einen bestimmten Stoff zu konsumieren (Alkohol, Drogen, Medikamente, Nikotin etc.) bzw. einer bestimmten Tätigkeit (Spielen, Traden) nachzugehen. Das starke, kaum bezwingbare Verlangen nach frn abgesetzten Substanzen oder Tätigkeiten ist ein zentrales Merkmal von Sucht – Suchtgedächtnis. Das Auftreten von Craving ist in hohem Masse zustands- und situationsabhängig, d.h., es kann zeitweise gar nicht oder kaum vorhanden sein und dann wieder subjektiv ausgesprochen stark erlebt werden. Als eine mögliche Ursache für Craving werden Störungen des Belohnungssystems im Gehirn vermutet, lerntheoretisch kann man Craving als konditionierte Reaktion auf substanzbezogene Reize verstehen. Um Craving zu verhindern, werden zahlreiche Methoden eingesetzt, insbesondere Substitute des Suchtmittels, d.h., Ersatzmittel. Neben psychologischer Verfahren bieten daher auch Medikamente Hilfe bei der Behandlung etwa von Alkoholismus oder Nikotinsucht, d.h., sie unterdrücken das Craving nach Alkohol bzw. Nikotin, denn die Verminderung des Suchtdrucks spielt eine ganz zentrale Rolle bei der therapeutischen Behandlung. Erst, wenn der Drang nach Alkohol oder Nikotin reduziert und so der Konsum des Suchtmittels reduziert oder sogar ganz verhindert wird, kann eine physische und psychische Regeneration beginnen.

Literatur
Veltrup, Clemens,  Einsle, Franziska,  Lindenmeyer, Johannes,  Wetterling, Tilmann &  Junghanns, Klaus (2001). Die Erfassung des Cravings bei Alkoholabhängigen. Suchttherapie, 2, 14-24.



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