Intervision

Unter Intervision versteht man eine kollegiale Beratung, die auf Gleichrangigkeit, Freiwilligkeit und Eigenverantwortlichkeit beruht, also eine professionelle und lösungsorientierte Selbsthilfeberatung, bei der sich Gruppengruppenmitglieder gegenseitig beraten. In einer Intervision werden das Wissen und die Erfahrungen aller  genutzt und führen zum Gewinn für den Bringer oder die Bringerin eines ‚Falls’ sowie zur Erweiterung der Handlungskompetenz aller Beteiligten. In der Intervision werden nicht nur Fachprobleme diskutiert, vielmehr kann auch das Verständnis der eigenen Rolle am Arbeitsplatz thematisiert werden. Man beschäftigt sich mit Fragen wie: Liegt ein angemessenes Rollenbewusstsein samt Rollendistanz vor? Kann die Rolle gut in die eigene Person integriert werden oder wird dies durch bestimmte persönliche Anteile erschwert?
Da die Leitung bei der Intervision wechselt, gibt es meist feste Regeln und ein abgesprochenes und für alle verbindliches Ablaufverfahren. Diese Methode ist ein Instrument der Qualitätsentwicklung und Teil eines aktiven Wissensmanagements in einer Organisation. Kollegiale Beratung bzw. Intervision und Supervision (Coaching) entwickelten sich zunächst in der Sozialarbeit, werden aber auch zunehmend auch in anderen Arbeitsfeldern erfolgreich angewendet. Es sind alle Gruppenzusammensetzungen (homogen, heterogen, Berufgruppe, Hierarchie) möglich, wodurch die Beratung entweder mehr Tiefe oder mehr Vielfalt entwickeln kann. Eine optimale Gruppengröße liegt zwischen 4 – 8 TeilnehmerInnen.
Es gibt verschiedene Modelle, die alle ohne externen Berater arbeiten und mehr oder weniger stark strukturiert sind. Es gibt verschiedene Bezeichnungen für diese Form der Selbsthilfeberatung: Peer-Group-Supervision oder Peer-Supervision, kollegiale Fallbesprechung, kollegiale Beratung, kollegiale Praxisberatung, kollegiale Supervision. Die begleitete Intervision nimmt eine Position zwischen der Intervision und der Supervision ein, da sie einerseits – wie die Intervision – niederschwellig und aufgaben- sowie gruppenbezogen arbeitet, andererseits aber fachkundige Begleitung und Verbindlichkeit der Teilnahme erfordert wie die Supervision.





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