prosoziales Verhalten

Ich war schon immer der Ansicht, dass das größte Privileg,
die größte Hilfe und der größte Trost in einer Freundschaft darin bestehen,
dass man nichts erklären muss.
Katherine Mansfield

Prosoziales Verhalten ist ein positives, konstruktives, hilfsbereites Verhalten und das Gegenteil von antisozialem Verhalten. Allerdings spielen die Erwartungen darüber, ob sich jemand sozial verhält, für die zwischenmenschlichen Beziehungen eine große Rolle, denn Menschen passen ihr eigenes Verhalten an, je nachdem, ob sie von anderen Hilfe erwarten oder nicht.

Dreijährige Kinder machen noch keinen Unterschied, ob jemand beim Teilen etwas erhäl mit dem sie befreundet oder nicht befreundet sind. Sie verhalten sich in den meisten Fällen sozial und erwarteten dies auch von anderen, wobei dieses Vertrauen in den guten Willen des Gegenübers offensichtlich eine generelle Grundlage dafür ist, dass sie Beziehungen aufbauen können. Vier- und fünfjährige Kinder hingeben teilen eher mit jemandem, den sie mögen, als mit jemandem, den sie nicht mögen. Zugleich erwarteten sie aber auch, dass der Gebende beim Teilen darauf achtet, wen er mag oder nicht mag.

Bei Fünfjährigen gibt es also einen Zusammenhang zwischen der Erwartung, wie andere teilen, und der eigenen Bereitschaft, zu teilen. Mit fünf Jahren haben Kinder vermutlich schon gelernt, wie man sich beim Teilen anderen gegenüber verhält. Dies kann entweder daran liegen, dass sie in diesem Alter bereits die Fähigkeit haben, zu erfassen, wie ein Anderer über eine Situation urteilt und daraufhin handelt, bzw. oder haben bereits eine klare Vorstellung von Freundschaft erworben und davon, wie man sich als Freund verhalten muss.

Literatur
Paulus, M. & Moore, C. (2014). The development of recipient-dependent sharing behavior and sharing expectations in preschool children. Developmental Psychology, 50,914-921.




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