Menopause

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Kurzdefinition: Die Menopause ist das natürliche Ende der Menstruation, und bezieht sich auch auf die biologischen Veränderungen, die mit der Abnahme der Reproduktionsfähigkeit der Frau einhergehen. Auch als  Klimakterium bzw. Wechseljahre bezeichnet kann diese Zeit bei manchen Frauen mit spezifischen psychischen Problemen verbunden sein.

Das durchschnittliche Alter für die Menopause, d. h., die letzte Menstruation, liegt bei knapp über fünfzig Jahren, wobei die Zeit davor und danach medizinisch als Klimakterium bzw. Wechseljahre bezeichnet werden. Diese Umstellung dauert bei den meisten Frauen zwischen zehn und fünfzehn Jahren, wobei vor allem die ersten fünf Jahre von mehr oder weniger heftigen Beschwerden geprägt sind. Dafür sind in erster Linie die Hormone verantwortlich, denn wenn die Fruchtbarkeit abnimmt und der Eisprung ausbleibt, ergibt sich ein Ungleichgewicht von zu viel Östrogen und zu wenig des Gelbkörperhormons Progesteron, was dazu führt, dass sich die Abstände zwischen zwei Blutungen verkürzen, diese oft länger dauern und auch heftiger ausfallen. Manche Frauen kommen schon um die Vierzig in die Wechseljahre, während andere mit weit über Fünfzig kaum Symptome verspüren und noch regelmässig ihre Periode haben. Das liegt einerseits daran, dass der Zeitpunkt der Menopause hauptsächlich durch einen genetisch programmierten Eizellenverbrauch bestimmt wird, andererseits durch individuelle Faktoren wie Nikotinsucht, Krankheiten und deren Behandlung oder Operationen wie die Entfernung der Gebärmutter, wodurch die Menopause meist einige Jahre früher eintritt, während Geburten eher das Gegenteil bewirken, denn je mehr Kinder eine Frau zur Welt gebracht hat, desto später tritt die Menopause ein.
Die intensivste Phase der Wechseljahre dauert etwa fünf Jahre, während denen der Zyklus zusehends unregelmässiger wird, bis die Periode schließlich ganz ausbleibt, wobei von dieser Intensivphase nicht alle Frauen gleich stark betroffen sind, denn etwa ein Drittel Frauen haben in den Wechseljahren wenige oder geringe Probleme, während etwa zwei Drittel starke Symptome spüren, wobei bei etwa der Hälfte dieser Gruppe die Beschwerden so intensiv sein können, dass die Betroffenen den Alltag nur mehr mit medizinischer oder therapeutischer Hilfe bewältigen können. Typische Symptome sind Hitzewallungen, Herzrasen und Schlafstörungen sowie auch eine verminderte Leistungsfähigkeit, Konzentrationsschwäche, Libidoverlust, Reizbarkeit, Unausgeglichenheit und depressive Verstimmungen, wobei die meisten Frauen an einer Kombination von Beschwerden leiden. Dafür verantworlich ist das Ungleichgewicht der Hormone, denn kommen Östrogene als Vermittler im thermoregulatorischen Bereich aus der Balance, kommt es eben zu Hitzewallungen, die ihrerseits Herzrasen und andere Beschwerden auslösen können. Wenn massive Beschwerden vorliegen und die Frau gesund ist, empfiehlt sich eine Hormontherapie, denn diese verbessert die Lebensqualität, wobei aber eine individuelle Abstimmung notwendig ist. Viele Frauen legen in dieser Zeit auch an Gewicht zu, denn durch das Altern verringert sich der Energiebedarf, weshalb bei gleichbleibender Nahrungsaufnahme eine Gewichtszunahme unausweichlich ist.

Frauen in den Wechseljahren klagen häufig über kognitive Probleme wie Vergesslichkeit, Lernschwierigkeiten, Konzentrations- und Denkstörungen, und haben Probleme mit geistigen Aufgaben, die sie vorher leicht bewältigten. Untersuchungen. Wissenschaftler untersuchten Frauen in vier Gruppen: Die Frauen befanden sich entweder am Beginn der Wechseljahre mit einem noch regelmäßigen Zyklus, in den frühen Wechseljahren mit ersten Unregelmäßigkeiten der Menstruation, in den späten Wechseljahren oder im ersten Jahr nach der Menopause. Bei den Frauen wurden Angaben zu Hitzewallungen, Schlafstörungen, seelischen Verstimmungen und ihren Ängsten erhoben, und auch der Hormonstatus wurde bestimmt. Bei Tests zur Aufmerksamkeit, zum Gedächtnisses, zur Geschicklichkeit und zur Feinmotorik zeigte sich, dass Frauen im frühen Stadium der Menopause bei Lern- und Gedächtnisaufgaben sowie der Feinmotorik schlechter abschnitten als Frauen der anderen Gruppen. Keinen Einfluss auf die Probleme hatten hingegen Schlafstörungen, Depressionen, Ängste oder der Hormonstatus. Kognitive Probleme sind demnach vermutlich nicht die Folge psychischer Beschwerden, sondern treten unabhängig von ihnen auf, wobei das hormonelle Auf und Ab eine Rolle bei ihren kognitiven Problemen spielen könnte. Da Hippocampus und präfrontaler Cortex bei der Aufnahme und Verarbeitung neuer Informationen wichtig sind, und diese Areale mit zahlreichen Östrogenrezeptoren ausgestattet sind, arbeiten sie besonders gut unter Östrogeneinfluss. Kommt es dann zu Schwankungen im Östrogenspiegel, reagieren diese beiden Regionen empfindlich (vgl. Weber et al., 2012, Weber & Mapstone, 2009).

Frauen erkranken bekanntlich häufiger an Alzheimer als Männer, wobei man eine Ursache im Östrogenschwund nach der Menopause vermutet, da bei Frauen die Menge an produzierten Östrogen im Alter stark abnimmt. Bekanntlich bringen Östrogene Nervenzellen zum Wachsen und festigen die Verbindungen zwischen Neuronen. Fehlen Östrogene, gehen Verbindungen zwischen Nervenzellen im Gehirn verloren. Möglicherweise steht auch die Häufigkeit an Depressionen damit in Verbindung, denn Frauen leiden doppelt so häufig an Depressionen wie Männer, wobei auch Depressionen ihrerseits wieder das Risiko für Alzheimer erhöhen (Stangl, 2017).

Literatur

Stangl, W. (2017). Stichwort: ‚Morbus Alzheimer‘. Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik.
WWW: http://lexikon.stangl.eu/16416/morbus-alzheimer/ (2017-01-15)
Weber, M.T., Mapstone, M., Staskiewicz, J. & Maki, P.M. (2012). Reconciling subjective memory complaints with objective memory performance in the menopausal transition. Menopause, 19, 735-741.
Weber, M. T. &  Mapstone, M. (2009). Memory complaints and memory performance in the menopausal transition. Menopause, 16, 694-700.
https://www.derbund.ch/wissen/medizin-und-psychologie/Hormone-ich-Niemals/ (17-11-28)


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