Lobotomie

Die Lobotomie – auch Leukotomie – bezeichnet den heute nicht mehr durchgeführten psychochirurgischen Eingriff, bei dem die Nervenverbindungen zwischen den Frontallappen und den emotionssteuernden Zentren im Inneren des Gehirns durchtrennt werden. Früher wurde die Lobotomie angewendet, um unkontrollierbar emotionale oder gewalttätige Menschen ruhig zu stellen. Als Folge der Lobotomie tritt eine starke Persönlichkeitsveränderung mit  Störungen des Antriebs und der Emotionalität auf.

Im Wesentlichen wurden zwei Arten der Lobotomie durchgeführt: bei der frontalen Lobotomie wurde die weiße Hirnsubstanz des Stirnlappens mit einem Operationsinstrument durch ein Loch in der Schädeldecke durchtrennt. Bei der  transorbitalen Lobotomie führte man das Instrument durch die Augenhöhle ein. Die meisten Lobotomierten wurden durch den Eingriff ihrer sozialer Fähigkeiten beraubt, das Urteilsvermögen war  geschädigt und sie waren in der Folge unempfänglich für soziale Signale.

Bis 1967 behandelt Freeman an die 3500 Menschen mit dieser Methode. So wurde etwa Rosemary Kennedy, die Schwester des späteren US-Präsidenten, 1941 lobotomiert und hatte nach der Operation den Verstand eines Kindes und verbrachte den Rest ihres Lebens in geschlossenen Anstalten. Kurz vor ihrem Tod wurde Eva Perón („Evita„) lobotomiert, denn die Frau des Präsidenten Juan Perón litt an Gebärmutterhalskrebs und hatte starke Schmerzen, die durch diese Behandlung unterbunden werden sollten. Sie starb nur wenige Wochen nach dem Eingriff.





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