Gestik

Die Gestik umfasst alle sinnvolle Bewegungen und Gebärden des gesamten menschlichen Körpers und Bewegungen von Teilen des Körpers wie z.B. vom Kopf oder den Händen. Der Gestik werden Bedeutungen zugeschrieben, die an Sprache erinnern. Während sich taubstumme Menschen ganz mit einer speziellen Gebärdensprache (Taubstummensprache) sprachlich verständigen, dient Menschen, die sprechen und hören können, die Gestik in verschiedenen kommunikativen Bereichen als Möglichkeit der nonverbalen Verständigung. Die wichtigsten Funktionen von Gestik sind die Ergänzung und Unterstützung sprachlicher Äußerungen, der Ausdruck von Gefühlen und die Vermittlung von gesellschaftlichen Konventionen. Gestik im Rahmen von verbaler Kommunikation besitzt eine große Bandbreite. Dazu gehören das Betonen und Verdeutlichen der eigenen Rede sowie das Geben von verschiedenartigem Feedback auf der Seite des Zuhörenden. Gefühlszustände können von Gesten unterstrichen werden, etwa das Ballen der Faust, um ein Gefühl der Stärke zu signalisieren, oder unbeabsichtigt sein, etwa nervöse Bewegungen mit den Händen (bei Unsicherheit). Gesten haben gesellschaftliche Bedeutungen, die von den Angehörigen des jeweiligen Kulturkreises verstanden werden. Zur Gestik gehören vor allem alle Arm-, Hand- und Fingerbewegungen. In den alten Rhetorikschulen wurden die Redner darauf trainiert, sechs oder sieben grundlegende Gesten mit Händen und Armen auszuführen. Für die Wirkung der Gestik ist entscheidend, in welcher Höhe sich die Hände befinden. Alle Gesten, die sich unter halb der Taille abspielen, werden eher als negative Aussagen gewertet, während Gesten in Höhe der Taille als neutral und oberhalb als positiv gewertet werden. Daneben ist auch ein wichtiges Kriterium die Sichtbarkeit der Hände, denn versteckte Hände in den Hosentaschen oder hinter dem Rücken werden immer als negativ empfunden. Negative Gesten sind etwa auch die Mauerbildung durch überkreuzte Arme vor der Brust oder durch das Zeigen des Handrückens statt der Handfläche. Wenn man die Hände beim Sprechen vor das Gesicht hält, ist das ein Zeichen für Unsicherheit oder Schüchternheit. Das Schulterzucken mit Aufdrehen der Hände unterhalb der Taille wird meist als Hilflosigkeit und Unterwerfung gedeutet. Grundsätzlich gilt: Wenn man überzeugen will, sollte man negative Aussagen möglichst vermeiden. Das gelingt dadurch, indem man ein Thema wirklich beherrscht und fest davon überzeugt ist, denn dann werden die richtigen Gesten instinktiv hinzukommen. Bei einer Selbstprüfung sollte man sich der starken Gesten vergewissern und die schwachen Gesten zu vermeiden suchen. Schwachen Gesten ist etwa das Herumfuchteln mit seiner Brille, das Spielen mit Stift oder Büroklammer, das Greifen in die Hosentasche, das Fahren durchs Haar, das Kratzen am Kopf oder das Zupfen am Ohr, das Öffnen und Schließen der Jackenknöpfe, das häufige Räuspern oder das Wiederholen bestimmter Gesten. Solche Gesten sind ablenkend und lenken die Aufmerksamkeit der Gesprächspartner oder des Publikums ab.

Siehe dazu im Detail: Nonverbale Kommunikation





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