Imago-Paar-Therapie

Die Imago-Paar-Therapie ist eine sehr junge Methode der Beziehungstherapie und zielt darauf ab, Paaren zu helfen ihren Machtkampf zu beenden, den PartnerInnen zu zeigen, wie sie einander ihre tiefsten Sehnsüchte erfüllen und dabei gleichzeitig selbst wachsen können. Harville Hendrix und Helen Hunt – die Begründer dieser Richtung – gehen davon aus, dass Menschen für ihre Beziehung oder Ehe unbewusst jenen Menschen wählen, der positive und negative Eigenschaften ähnlich denen der Eltern besitzt. Diese Menschen sind paradoxerweise oft mit genau jenen „negativen“ Merkmalen ausgezeichnet, die man an seiner Imago so verletztend empfunden hat. Dieser Mensch hat wohl gerade durch diese Ebenbildfunktion das Potenzial zu helfen und in der Kindheit erlittene Verletzungen zu heilen.

Die Imago-Paar-Therapie arbeitet eklektizistisch und verbindet analytisches Wissen mit Methoden der Transaktionsanalyse, der Gesprächs-, Verhaltens-, Gestalt- und systemischen Familientherapie. Der Therapeut ist als Coach des Prozesses tätig, die Heilung unerledigter Kindheitsverletzungen erfolgt durch die PartnerInnen gegenseitig in verschiedenen Prozessen, den „Imago-Dialogen“.

Die Arbeitshypothesen der Imago Beziehungstherapie (Hendrix, 1979):

  • Ehe ist ein Entwicklungsprozess, der die Entwicklungsprozesse des Individuums in Erwachsenenform rekapituliert.
  • Stress zwischen Ehepartnern ist eine Rekapitulation der Entwicklungs-Stops jedes einzelnen Partners. Die Entwicklungs-Stops der Partner sind ähnlich oder identisch. Die Adaptionen daran sind komplementär.
  • Stress zwischen Partnern ist eine Externalisation von innerem Stress und den Konflikten jedes einzelnen der Partner, die sich nun in der Arena der zwischenmenschlichen Beziehung abspielen.
  • Adaptionen an Stress in der Kindheit bilden sogenannte ‚Charakter-Abwehren‘, d.h. Abwehr-Verhaltensmuster, die beim erwachsenen Menschen als Persönlichkeitsstruktur fungieren.
  • Da diese Charakterformationen nicht nur rigide, sondern auch komplementär d.h. gegensätzlich sich ergänzend sind, müssen sie notwendiger Weise geändert werden, wenn es zu bleibender Verbesserung in der PaarBeziehung kommen soll.
  • Auf die Bedürfnisse seines Partners einzugehen, erfordert charakterliche Veränderung in einem selbst. Das Eingehen auf das Bedürfnis des Partners bewirkt diese Veränderung.
  • Therapie muss entwicklungsspezifisch sein, um wirksam zu werden, und sie muss sich auf die Reparatur der entwicklungsmäßigen Hemmungen jedes einzelnen der Partner konzentrieren. Um die entwicklungsbedingte Hemmung aufzuheben zu können, muss jeder der Partner genau die Zuwendung (=nurturing, d.h. positives, unterstützendes Verhalten) bieten, die in dem betreffenden Stadium der Kindheit seines/ihres Partners gefehlt hatte. Paradoxer Weise bewirkt das Schenken der Zuwendung, die unserem Partner fehlt, charakterliche Veränderung in uns selbst, und verschafft uns Zugang zu ähnlichen oder identischen – bisher unbewussten – Zuwendungs-Defiziten in uns selbst.
  • Die Rolle des Imago-Therapeuten ist es, genau diese Interaktion zwischen den Partnern zu ermöglichen.

Siehe dazu im Detail Die Imago Therapie

Imago Paartherapie in Österreich: http://www.imagoaustria.at/
Imago Paartherapie in Deutschland: http://imago-deutschland.de/
Imago Paartherpie in der Schweiz: http://www.imago-therapie.com/
Imago Paartherapie in den USA: http://gettingtheloveyouwant.com/index.html




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