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Funktionale Gebundenheit

Die funktionale Gebundenheit bezeichnet die Tendenz von Menschen, Dinge ausschließlich im Sinne ihrer üblichen Funktion zu sehen. Dies kann ein Hindernis bei der Problembewältigung darstellen. ist. Die bestehende Funktion eines Elementes der Umwelt ist innerhalb der Aufgabe bereits so gut verankert, dass ihre zur Lösung notwendige Veränderung den Menschen erhebliche Schwierigkeiten bereitet. Karl Duncker (1935) etwa verlangte etwa von Probanden, eine Kerze an einer Tür zu befestigen. Zur Verfügung standen Streichhölzer und eine Schachtel gefüllt mit Reißnägeln. Da die Versuchspersonen die Schachtel bloß als Behälter betrachteten, kam ihnen nicht in den Sinn, sie auszuleeren und mit Hilfe der Reißnägel an die Tür zu heften, um so als Basis für die Kerze zu dienen. Generell gesagt, scheint unser Denken über Dinge kanalisiert zu sein.

Die funktionale Gebundenheit entsteht in der Regel dadurch, dass ein Gegenstand sehr häufig für eine bestimmte Problemlösung zu einem bestimmten Zweck benutzt wird und auf diese Funktion fixiert bleibt. Dadurch fehlt dann die Verfügbarkeit für eine andere mögliche Funktion oder eine andere Problemlösung.

Es gibt übrigens auch das Phänomen, dass für manche Menschen, die einen Hammer besitzen, in ihrer Umwelt alles zu einem Nagel wird!

Geprägt wurde der Begriff von Karl Duncker, der bis zur Auflösung des Psychologischen Institutes im Jahr 1935 Schüler und Mitarbeiter der Begründer der Gestaltpsychologie der Berliner Schule, Max Wertheimer, Wolfgang Köhler und Kurt Koffka. 1934 fand er im Exil in England, in Cambridge bei Frederic Charles Bartlett eine Anstellung und wurde dann von Wolfgang Köhler an das Swarthmore College in Pennsylvania berufen.

Literatur

Duncker, Karl (1935). Zur Psychologie des produktiven Denkens. Berlin: Springer.
Stangl, W. (2018). Das analoge Schließen, Regelsysteme. [werner stangl]s arbeitsblätter.
WWW: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/DENKENTWICKLUNG/Regeln-Denken.shtml (2018-09-03).



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