Enkodieren

Enkodieren ist die Verarbeitung von Informationen zur Eingabe in ein Gedächtnissystem, etwa durch das Herstellen eines Bedeutungszusammenhangs. Die Encodierung ist aus der Sicht der Wahrnehmungspsychologie die initiale Phase der Informationsverarbeitung, wobei in einen mehrstufigen Prozess aus den physikalischen Trägerprozessen wie Licht- oder Schallwellen die aufgeprägten Informationen wie Frequenz- oder Amplitudenmodulationen in einen neuronalen Code übersetzt werden, den das Zentralnervensystem entschlüsseln und schließlich weiterverarbeiten kann. Lässt sich die Information etwa bestehenden Gedächtniszuständen zuordnen, findet Bedeutungserkennung statt. Der theoretische Ansatz der Verarbeitungstiefe bzw. der Verarbeitungsebenen besagt, dass wahrgenommene Stimuli durch verschiedene Encodierungsoperationen verarbeitet werden, wobei die Analyse von der oberflächlichen physikalischen Beschaffenheit eines Reizes über die phonemische Struktur bis zur hin zu einer semantischen Analyse der Bedeutung verläuft. Die Verarbeitungstiefe wird in den Regel von den bewussten oder unbewussten Absichten des Individuums, der Reizspezifik und auch der verfügbaren Zeit bestimmt, wobei der kognitive Aufwand mit der Verarbeitungstiefe normalerweise steigt.
Die Enkodierung dessen, was ein Sprecher oder Schreiber meint, ist eine Voraussetzung dafür, dass der Hörer oder Leser sie richtig aufnehmen kann. Daher geht das schlechtere Erinnern gespeicherter Informationen häufig auf einen Mangel an effektiven Strategien zurück, wenn etwa bei der Enkodierung keine zusätzlichen Informationen mit aufgenommen wurden, die einen späteren Abruf erleichtern, wobei auch die mangelnde Strukturierung eines Materials bei der Enkodierung dazu beiträgt, dass dieses nur schlechter erinnert werden kann.

Gedächtnisstrategien wie Chunking, Rehearsal, Organisationsbildung oder Elaborierung sind dabei Enkodierungsstrategien, die  sich nicht allein auf das Kurzzeitgedächtnis beschränken, sondern auch die Speicherung im Langzeitgedächtnis erleichtern. Enkodierungsstrategien, die von manchen Menschen spontan nicht angewendet werden, lassen sich durch Training aktivieren, zudem können neue Enkodierungsstrategien erworben werden. Als Enkodierungshilfen gelten semantische Hinweise wie das Aufzeigen der strukturellen Gemeinsamkeiten zwischen  Lerneinheiten, oder Mnemotechniken wie die Zusammenfassung von Lerneinheiten in Vorstellungsbildern.





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