Doppelblindversuch

Als Doppelblindversuch oder Doppelblindstudie bezeichnet man in der Psychologie aber auch in der Medizin jenes experimentelles Vorgehen, bei dem sowohl die TeilnehmerInnen an dem Versuch als auch die MitarbeiterInnen des Versuchsleiters nicht wissen, ob die TeilnehmerInnen eine Behandlung oder ein Placebo erhalten. Wird der Doppelblindversuch in psychologischen Untersuchungen eingesetzt, haben also weder der Versuchsleiter noch die Versuchspersonen Kenntnis vom Untersuchungsgegenstand, wodurch verhindert werden soll, dass der Versuchsleiter etwa. durch seine Erwartungen die Ergebnisse des Experiments beeinflusst. Die Doppelblindstudie dient also der Verhinderung einer Verzerrung von Studienergebnissen durch die Ausschaltung von Rosenthal-Effekt und Hawthorne-Effekt.

Der Doppelblindversuch (double-blind procedure/study) ist eigentlich ein in der pharmazeutischen Forschung übliches Forschungsdesign, bei dem zur Vermeidung von Erwartungseinflüssen weder die Probanden, noch der Versuchsleiter zum Zeitpunkt der Datenerhebung wissen, ob ein wirksames Präparat (Experimentalgruppe) oder ein Placebo (Kontrollgruppe) verabreicht wurde. Auf diese Weise sollen störende Erwartungseffekte auf Seiten des Versuchsleiters und auf Seiten der Versuchspersonen ausgeschaltet werden. Doppelblindstudien werden vor allem bei placebokontrollierten Studien zur Wirksamkeit eines Verfahrens eingesetzt, wobei weder Versuchsleiter noch Proband wissen, wer die versuchsrelevante Bedingung und wer die Placebo-Bedingung erhält.  Diese Methode wird meist bei der Evaluation von Studien zur Wirkung von psychologischen Interventionen eingesetzt.

Literatur
http://www.stangl-taller.at/TESTEXPERIMENT/experimentdefinition.html (97-11-21)





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