Depression

Die Depression zählt wie die Manie zu den affektiven Störungen gezählt, wobei sie im Klassifikationssystem psychischer und anderer Erkrankungen (ICD 10) “depressive Episode” oder “rezidivierende (wiederkehrende) depressive Störung” benannt wird. Dabei bleibt offen, ob die Krankheit reaktiv, neurotisch oder endogen entstanden ist. Die Diagnose wird allein nach Symptomen und Verlauf gestellt, wobei typisch eine Depression charakterisiert ist durch die Symptomverbindung von Stimmungseinengung, Antriebshemmung, innere Unruhe und Schlafstörungen. Hinzu kommen manchmal übertriebene Sorge um die Zukunft, das Gefühl der Hoffnungslosigkeit, Minderwertigkeit, Hilflosigkeit sowie soziale Selbstisolation.
Einen Depressiven kann man in den seltensten Fällen erkennen, wie man generell eine seelische Krankheit einem Menschen kaum von außen ansieht. Deshalb ist es wichtig, die seelischen und körperlichen Symptome zu erkennen, die auf eine psychische Erkrankung, z.B. eine Depression, hinweisen. Bei den seelischen Symptomen stehen im Vordergrund die Freudlosigkeit, Interesselosigkeit, Energielosigkeit, Mutlosigkeit, die Stimmung ist gedrückt, es kommt immer wieder zu Merk- und Konzentrationsstörungen, zu verlangsamten Reaktionen, zur Entscheidungsunfähigkeit. Zu den körperlichen Symptomen einer Depression gehören Schlafstörungen, Appetitstörungen, Kopfschmerzen, Herzbeschwerden und sexuelle Lustlosigkeit. Begleitet wird eine Depression häufig auch von Angstzuständen, innerer Unruhe, Schuldgefühlen, Grübelzwang. Allmählich führt das Erleben „Ich bin nichts, ich kann nichts, man mag mich nicht und an allem bin ich selber Schuld“ zum Lebensüberdruss, in der extremsten Form zum Suizid.
Generell ist es auch für die Umgebung sehr schwierig, einen Suizid vorauszusehen, allerdings gibt es einige Vorzeichen. Erwin Ringel verwendete dafür den Begriff des “präsuizidalen Syndroms“, für das folgende Merkmale charakteristisch sind: Betroffene sehen keine Wahlmöglichkeiten mehr und äußern Gefühle wie Hoffnungs- und Sinnlosigkeit, sie haben das Gefühl, der Realität nicht mehr gewachsen zu sein, und bauen sich dann eine Scheinwelt auf, in der der Gedanke an den Tod allmählich eine immer größere Rolle spielt. Selbstmordgedanken sind daher immer ein Warnsignal, besonders, wenn es dabei schon um konkrete Handlungen geht.
Bisher nahm man an, dass Depressionen als Erschöpfungszustand des Gehirns auch Probleme im Bereich Gedächtnis und Konzentration mit sich bringt. Nach einer Metastudie über Untersuchungen aus 20 Jahren fand man jedoch, dass sich Depressionen nicht immer in Störungen der Aufmerksamkeit, in Konzentrationsschwierigkeiten und Gedächtnisproblemen niederschlagen müssen, vielmehr sind Konzentrationsstörungen nur ein Symptom von Depressionen und wirken daher wie eine Gedächtnisstörung. Allerdings führen Depressionen dazu, dass viele Gedächtnisprozesse mehr Zeit in Anspruch nehmen.

Für Angehörige von Depressiven ist das Zuhören, das vorbehaltlose Verständnis, die Verstärkung aller nicht-depressiven Verhaltensweisen durch Lob wichtig. Hüten sollte man sich vor falschen Ratschlägen, vor Appellen, wie „reiß dich zusammen“, auch sollte man nach Volker Faust Depressive weder auf Kur noch in den Urlaub schicken.

Die saisonal abhängige Depression (SAD) ist eine Unterform der depressiven Erkrankungen, bei der aufgrund von Lichtmangel weniger von dem Neurotransmitter Serotonin im Gehirn produziert wird, wodurch bei bestimmten Menschen die klassischen Symptome der SAD auf treten, die aber in ihrer Ausprägung ganz unterschiedlich sein können, doch in der Regel durch Niedergeschlagenheit, Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Unausgeglichenheit und eine insgesamt gedrückte Stimmungslage gekennzeichnet sind.

Nach Feiertagen, insbesondere zu Weihnachten, fallen viele Menschen in ein psychisches Loch, denn nach den oft psychisch und sozial anstrengenden Weihnachtstagen wird manchen erst bewusst, wie es ihnen geht. Kommt vielleicht noch ein Familienzwist hinzu, ist eine Depression nicht selten. Das psychische Loch ist vor allem bei Frauen häufig eine “Entlastungsdepression“. Während eine Belastungsdepression meist durch Überforderung hervorgerufen wird, bricht eine Entlastungsdepression oft dann aus, wenn der Arbeitsdruck vorbei ist, also nach bewältigten Aufgaben wie etwa die Vorbereitungen zum Fest.

Literatur
http://miteinandersprechen.blogspot.com/2010/02/konnen-sich-depressive-schlechter.html (10-02-18)

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