Denken

Denken bezeichnet in der Psychologie  die interpretierende und ordnungsstiftende Verarbeitung von Informationen. Der Begriff Denken wir sehr häufig mit den Begriffen Verhalten, Sprache, Informationsverarbeitung, Ideenfindung,  Problemlösung und Logik in Zusammenhang gebracht. Denken wird als mentaler, reflexiver Prozess verstanden, der dazu dient, Informationen zu verarbeiten und Probleme zu lösen.
1.     Definition
Beim Denken handelt es sich um reflexive Vorgänge, welche schweigend vollzogen werden. Denken kann mit dem Wort „meinen“ gleichgesetzt werden (vgl. Mittelstraß, 1980, S. 29).
2.     Definition
Denken als mentale Aktivität kann in Zusammenhang gebracht werden mit Informationsverarbeitung, Erkenntnisgewinnung und Problemlösung, wobei der Problemlösung große Bedeutung zukommt. Jeder Mensch kann denken, wobei die Fähigkeiten je nach Person unterschiedlich ausgeprägt sein können. Doch auch Denken kann durch den Einsatz von Denkwerkzeugen verbessert werden (vgl. Hesse, 2009, S. 11).
3.     Definition
Psychologisch betrachtet befasst sich die Denkpsychologie mit der Beschreibung, Erklärung und Vorhersage menschlichen Denkens. Ihre Wurzel reicht bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Es unterscheiden sich drei wesentliche Strömungen. Vertreter des Behaviorismus beschäftigen sich mit beobachtbarem Verhalten, wobei Gefühle oder Vorstellungen ausgeblendet werden. Die Gestaltpsychologie bezieht sich darauf, dass alle psychischen Prozesse Gesamtqualität besitzen, beispielsweise muss eine defekte Gestalt (beispielsweise ein Problem) in eine gute Gestalt umstrukturiert werden (Lösung des Problems). Als dritter Ansatz ist die Kognitionspsychologie zu nennen, die sich den komplexen menschlichen Informationsverarbeitungsprozessen zuwendet. Es geht um die Frage, wie Menschen aus ihrer Umwelt Informationen gewinnen, diese repräsentieren, verarbeiten und wie diese Informationen das Verhalten beeinflussen (vgl. Beyer & Gerlach, 2001, S.74).
4.     Definition
Mayer beschreibt den Begriff Denken anhand von drei Grundvorstellungen. Nach diesen ist Denken kognitiv, allerdings kann aus dem Verhalten auf Denken gefolgert werden. Weiters handelt es sich um einen Prozess, bei welchem vorhandenes Wissen eingeschlossen wird. Zu guter Letzt ist Denken zielgerichtet und auf eine Problemlösung ausgerichtet (vgl. Mayer, 1979, S.6).
5.     Definition
Graumann sucht den Zusammenhang zum Verhalten einer Person. Somit unterscheidet sich das denkende Verhalten vom echten Verhalten eben dadurch, dass durch denkendes Verhalten keine reale Veränderung erkennbar ist. Damit ist das denkende Verhalten auch nicht beobachtbar (Graumann, 1965, S. 20).

Siehe dazu die Arbeitsblätter Denken

Literatur:

Beyer, R. & Gerlach, R. (2001). Sprache und Denken. Wiesbaden: Springer Verlag.
Graumann, C. (1965). Denken. Köln-Berlin: Kiepenheuer & Witsch.
Hesse, C. (2009). Das kleine Einmaleins des klaren Denkens. München: Verlag C. H. Beck.
Mayer, R. (1977). Denken  und Problemlösen. Eine Einführung in menschliches Denken und Lernen.  Berlin-Heidelberg-New York: Springer-Verlag.
Mittelstraß, J. (1980). Denken. Enzyklopädie Philosophie und Wissenschaftstheorie. Band 1: A–G. Mannheim/Wien/Zürich: B.I.-Wissenschaftsverlag.





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