Zentraltendenz

Als Zentraltendenz oder Effekt der zentralen Tendenz wird in der empirischen Psychologie die Tendenz verstanden, Extremurteile zu vermeiden. Personen neigen eher dazu, sich für mittlere Kategorien wie “unentschieden”, “weder/noch” oder “mittel” zu entscheiden als für Extremwerte. Dieser Fehler tritt besonders dann auf, wenn die Urteilsobjekte wenig bekannt sind oder wenn die Skalen an den Extrempunkten nicht verankert sind, wenn also die Extreme unklar bleiben. Der Fehler lässt sich dadurch vermindern, indem die UntersuchungsteilnehmerInnen hinreichend über die zu beurteilenden Objekte informiert werden.

Siehe dazu Urteilsfehler.

1. Definition

Die Zentraltendenz wird verwendet, um den Schwerpunkt von Variablenwerten zu bestimmen. Maße der Zentraltendenz sind zum Beispiel der Mittelwert oder der Median (vgl. Maderthaner, 2008, S. 74).

2. Definition

Die mittlere Ausprägung bei Ergebnissen eines Experiments oder einer Umfrage wird auch zentrale Tendenz oder Zentraltendenz genannt. Hierzu gibt es verschiedene Methoden (z.B.: Modalwert, Modus, Media etc.) um diese Tendenz zu ermitteln (vgl. Bühner & Ziegler, 2009, S. 35).

3. Definition

Die Zentraltendenz ist der repräsentative Wert einer Verteilung (vgl. Woolfolk, 2008, S. 640).

4. Definition

Die Zentraltendenz ist ein subjektiver Störfaktor bei der Beurteilung von Schülerleistungen im Unterricht. Es besteht die Neigung, Extremnoten zu vermeiden und nur Bewertungen im mittleren Bereich zu erteilen. Oft steckt die Scheu des Beurteilers dahinter, sehr gute oder sehr schlechte Noten begründen zu müssen (vgl. Schröder, 2001, S 392).

5. Definition

Die Zentraltendenz ist eine Tendenz zur Mitte und zu indifferenten Antworten. Bei einem Fragebogen werden vom Beurteiler vorzugsweise jene Antworten gewählt, die grafisch in der Mitte liegen. Um fehlende Antworten zu vermeiden wird ebenfalls oft die „goldene Mitte“, der zur Verfügung stehenden Skala, gewählt (Kühn, Platte & Wottowa, 2006, S. 107).

Literatur
Bühner, M. & Ziegler, M. (2009). Statistik für Psychologen und Sozialwissenschaftler. München: Pearson Studium.
Kühn, S., Platte, I. & Wottowa, H. (2006). Psychologische Theorien für Unternehmen. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG.
Maderthaner, R. (2008). Psychologie. Wien: Facultas Verlags- und Buchhandels AG.
Schröder, H. (2001). Didaktisches Wörterbuch. München: Oldenbourg Wissenschaftsverlag GmbH.
Woolfolk, A. (2008). Pädagogische Psychologie. München: Pearson Studium.





Falls Sie in diesem Beitrag nicht fündig geworden sind, können Sie mit der folgenden Suche weiter recherchieren:


Das Lexikon in Ihren Netzwerken empfehlen:

You must be logged in to post a comment.

Diese Seiten sind Bestandteil der Domain www.stangl.eu

© Werner Stangl Linz 2017