Verlernen

Definition 1

„Verlernen […] kennzeichnet die abnehmende Verfügbarkeit von Wissen. Wird Wissen nur selten genutzt, oder wird neues Wissen erworben, das zu dem vorhandenen Wissen im Widerspruch steht, steigt die Wahrscheinlichkeit des Verlernens“ (Sonntag & Stegmaier, 2007, S. 19).

Definition 2

“Hedberg definiert: ’Unlearning is a process through which learners discard knowledge’” (Dittmar zit. nach Hedberg, 2004, S.13)

„Nach dieser Definition kann Verlernen beschrieben werden als ein Prozess, bei dem nicht mehr benötigtes Wissen aufgegeben wird. Folglich trägt Verlernen per se zunächst zu einer verminderten Handlungs- und Problemlösungsfähigkeit bei. Gleichzeitig wird […] Raum geschaffen für einen neuen Lernprozess, dessen Ergebnis eine verbesserte Handlungs- und Problemlösungsfähigkeit darstellt. Das Verlernen ist nach dieser Interpretation die Voraussetzung für die Aufnahme neuen Wissens“ (Dittmar, 2004, S. 13).

Definition 3

„Verlernen ist der Prozeß, bei dem bestehendes Wissen in Frage gestellt wird. […] Durch Verlernen besteht die Möglichkeit, neues Wissen aufzunehmen und eine Veränderung bzw. den Wegfall der alten Strukturen herbeizuführen“ (Probst & Büchel, 1998, S. 73).

Definition 4

Verlernen kann als Prozess des Verlernens von Wissen angesehen werden. Verlernen ist erforderlich, um neuem Wissen Platz zu machen (vgl. Heftberger & Stary, 2004, S.31).

Definition 5

„Verlernen bedeutet, altes, bewährtes Wissen aufzugeben, gewohnte Routinen zu verlassen und sich auf diese Weise für Neues zu öffnen. Dieser Prozess fällt auch deshalb schwer, weil der Verlust gewohnter Lösungen nicht automatisch mit dem Erkennen neuer Lösungen verbunden ist. Dazwischen liegt oft eine schwer zu ertragende Phase der Orientierungslosigkeit“ (Karstens & Schütte, 2010, S. 369).

Literatur

Dittmar, C. (2004). Knowledge Warehouse. Ein integrativer Ansatz des Organisationsgedächtnisses und die computergestützte Umsetzung auf Basis des Data Warehouse-Konzepts. Wiesbaden: Deutscher Universitäts-Verlag.

Heftberger, S. & Stary, C. (2004). Partizipatives organisationales Lernen. Ein prozessbasierter Ansatz. Wiesbaden: Deutscher Universitäts-Verlag.

Karstens, E. & Schütte, J. (2010). Praxishandbuch Fernsehen. Wie TV-Sender arbeiten. 2., aktualisierte Auflage. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.

Probst, G.J.B. & Büchel, B.S.T. (1998). Organisationales Lernen. Wettbewerbsvorteil der Zukunft. Wiesbaden: Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler GmbH.

Sonntag, K. & Stegmaier, R. (2007). Arbeitsorientiertes Lernen. Zur Psychologie der Integration von Lernen und Arbeit. In H. Heuer, F. Rösler & W.H. Tack (Hrsg.), Standards Psychologie (S. 19). Stuttgart: W. Kohlhammer Druckerei GmbH.

 




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