Typenlehre

1. Definition

„Ty|pen|leh|re, die <o. Pl.> (bes. Psych.): Typologie (1): Er befaßte sich mit der T. Kretzschmars (Meckel, Suchbild 60)“ (Brockhaus Enzyklopädie, 1995, S. 3477).

2. Definition

Typologie oder Typenlehre. Allgemeine Bezeichnung für Ansätze, die versuchen, durch (meist polar angeordnete) ,Typen‘ somatische und/oder psychische Eigenschaftskomplexe aufeinander zu beziehen. Als Ausgangspunkt dienen dabei jeweils verschiedene ® Eigenschaften, z. B. ,Wertgerichtetheiten‘, Körperbau- und Temperamentseigenschaften, kognitive Stile u. ä. In der modernen Forschung sind die klassischen Typologien weitgehend durch den Bezug auf Faktoren oder Dimensionen ersetzt (vgl. Fröhlich, 1993, S. 409).

3. Definition

Typologische Theorien beruhen auf der häufig zu machenden Erfahrung, daß trotz der unübersehbaren Fülle menschlicher Charaktereigenschaften bei einem Menschen ein Charakterzug dominiert, daß er seine gesamte Persönlichkeit prägt. Zeigen andere Menschen in auffälliger Weise gleiche oder ähnliche Eigenschaften, ordnet man sie sogleich diesem „Typus“ zu. So versucht man dann, alle Menschen dem einen oder anderen von relativ wenigen Grundtypen zuzuordnen (vgl. Heil, 1973, S. 88f).

4. Definition

„Typus ist die Bezeichnung für eine Verbindung von Merkmalen, die einer Gruppe von Individuen gemeinsam sind, bzw. für ein Individuum, welches alle Merkmale der Gruppe in optimaler oder maximaler Ausprägung aufweist […] Die psychologischen Typenlehren umfassen: a) partialtypologische Ansätze, z. B. Temperamentstypen, Auffassungstypen, Aufmerksamkeitstypen b) totaltypologische Ansätze, die wiederum unterteilt werden in 1) biologisch fundierte Typologien […] 2) funktionspsychologische Typologien […] 3) gehaltspsychologische Typologien“ (Dietrich & Walter, 1970, S. 282f).

5. Definition

„Typen- und Eigenschaftstheorien machen Annahmen über grundlegende und allgemeine Eigenschaften, welche das Verhalten determinieren. Sie versuchen, mit quantitativen Methoden diese grundlegenden Dimensionen zu ermitteln. (Asanger & Wenninger, 1980, S. 326).

6. Definition

„Von einer T. spricht man, wenn bestimmte Typenkategorien systematisch auf bestimmte Verhaltensmuster bezogen werden mit dem Ziel, auf Grund beobachtbarer Kategorien nicht beobachtbare Verhaltensdeterminanten zu erschließen bzw. das Verhalten vorhersagen zu können (® Persönlichkeitsdiagnostik)“ (Häcker & Stampf, 1998, S. 895).

Verwendete Literatur

Brockhaus-Enzyklopädie – 19. völlig neu bearb. Aufl. (1995). Typenlehre S. 3477. Mannheim: Brockhaus.

Fröhlich, W. D. (1993). Wörterbuch zur Psychologie. München: Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG.

Heil, K. D. (1973). Programmierte Einführung in die Psychologie. Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt.

Dietrich, G. & Walter, H. (1970). Grundbegriffe der psychologischen Fachsprache. München: Ehrenwirth Verlag.

Asanger, R. & Wenninger, G. (1980). Handwörterbuch der Psychologie. Weinheim und Basel: Beltz Verlag.

Häcker, H. & Stapf, K. (1998). Dorsch Psychologisches Wörterbuch. Bern: Verlag Hans Huber.




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