Nullsummenspiel

Nullsummenspiele sind ein Begriff aus der mathematischen Spieltheorie und bezeichnen übertragen auf die Sozialwissenschaften (z.B. politische Strategien, Ökonomie) eine Vereinbarung, bei der sich die Interessen des einen Partners in dem Maße durchsetzen, wie die des anderen nicht verwirklicht werden, so dass sich die Interessen in der Summe letztlich aufheben, also in Summe null ergeben.
Beispiel für eine Nichtnullsummensituation: Benjamin und Werner stehen vor der Entscheidung, fernzusehen oder Karten zu spielen. Gemeinsames Fernsehen macht beiden Spaß; gemeinsames Kartenspiel auch, aber vielleicht etwas weniger, man kann sich auch trennen, so dass einer der beiden fernsieht, was allein weniger Spaß macht, während der andere eine Patience legt, was als langweilig empfunden wird. A und B werden also fernsehen.

1. Definition

Bei der Spieltheorie geht es um die Auswahl von „Zügen“ gegen einen odere mehrere rational denkende und handelnde Gegner. Jeder dieser Gegner versucht das Spiel zu seinen Gunsten zu entscheiden. Spiele bei denen der Gewinn des einen zugleich der Verlust des anderen ist, also die Summe der Auszahlungen gleich Null ist, heißen Nullsummenspiel (vgl. Tewes & Wildgruber, 1992, S. 341f).

2. Definition

Bei einem Nullsummenspiel verliert der eine das, was der andere gewinnt. Ihre Interessen zu gewinnen sind gegengesetzt. Jeder sich rational verhaltende Mensch sollte erwarten, dass sein Gegner sich so verhalten wird, dass es den eigenen Zielen zuwiderläuft (vgl. Shubik, 1965, S. 40).

3. Definition

In Entscheidungstheorie wird das Nullsummenspiel auch „Spiel der reinen Opposition“ genannt. Bei einem Nullsummenspiel ist der Gewinn eines Spielers gleich dem Verlust des Gegners. Die Auszahlungen beider Spieler summieren sich immer zu Null (vgl. Szyperski & Winand, 1974, S. 118).

4. Definition

„Im Zwei-Personen Nullsummen-Spiel erhält Spieler A, was B verliert und umgekehrt“ (Dornette & Pulkowski, 1974, S. 19).

5. Definition

Bei einem Nullsummenspiel ist die Summe der Auszahlungsfunktionen identisch. Die Summe der Auszahlungen ist Null. Die meisten Gesellschaftsspiele sind Nullsummenspiele (vgl. Burger, 1966, S. 342)

Verwendete Literatur

Burger, E. (1966). Einführung in die Theorie der Spiele. Mit Anwendungsbeispielen, insbesondere aus Wirtschaftslehre und Soziologie. Berlin: Verlag Walter de Gruyter.

Dornette, W. & Pulkowski, H. (1974). Konfliktspiele. Experimentelle Spiele in der Psychologie. München: Ernst Reinhardt Verlag.

Shubik, M. (1965). Spieltheorie und Sozialwissenschaften. Frankfurt am Main: S. Fischer Verlag.

Szyperski, N. & Winand, U. (1974). Entscheidungstheorie. Eine Einführung unter besonderer Berücksichtigung spieltheoretischer Konzepte. Stuttgart: C. E. Poeschl Verlag.

Tewes, U. & Wildgrube, K. (1992). Psychologie-Lexikon. München: R. Oldenbourg Verlag.




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