Interaktionismus

1. Definition
Interaktionismus: Persönlichkeitstheoretische Position, die sich durchgesetzt hat: Menschliches Erleben und Verhalten läßt sich nur aus der Kombination von Persönlichkeit und Situation vorhersagen (Interaktion); Dualistische Leib-Seele-Auffassung (Leib und Seele Problem) (vgl. Mead,  2010, S. 4).
2. Definition
Der Symbolische Interaktionismus ist für die soziologische Diskussion über das Verhältnis von Identität und Interaktion von Relevanz, da der enge Zusammenhang von Aufbau und Wandel der Individualität, konformer und nonkonformer Interaktionsbeteiligung und Interaktionskompetenz von Individuen beschrieben wird (vgl. Städtler, 1998, S. 59).
3. Definition
Der Symbolische Interaktionismus ist weder aussschließlich sozialpsychologisch, noch rein soziologisch sondern ein Verschnitt aus beidem. Der nimmt seinen Ausgangspunkt im sozialen Handeln und erklärt daraus sowohl die Gesellschaft als auch das Individuum. Auf diese Weise sorgt er für eine klare Soziologie und Sozialpsychologie: Die erstere beginnt mit dem sozialen Handeln und baut darauf auf bis zur Gesellschaft; die letztere beginnt ebenfalls mit dem sozialen Handeln und arbeitet in die andere Richtung, nämlich in die Richtung auf das Individuum. Der symbolische Interaktionismus macht beides zugleich (vgl. Lührmann, 2006, S. 64).
4. Definition
Die Wortführer des modernen Interaktionismus, Norman S. Endler und David Magnusson, unterscheiden zwei Varianten des Interaktionismus, das mechanische und das dynamische Modell. Dem mechanistischen Modell liegt eine unidirektionale Konzeption zugrunde, dh eine Ursache Wirkung Annahem, die nur in eine Richtung verläuft: Umwelt und Eigenschaft bzw deren Kombination bestimmen das Verhalten. Umwelt und Person werden dabei als unabhängige Variablen, das Verhalten wird als abhängige Variable aufgefasst (vgl. Laux, 2008, S. 217).
5. Definition
Der symbolische Interaktionismus beschäftigt sich mit den Zeichen, die Menschen in ihren Interaktionen verwenden. Es bereitet manchmal Schwierigkeiten, Zeichen und Symbol voneinander zu unterscheiden, oft wird beides synonym verwendet. Das kommt daher, dass ein und derselbe Gegenstand Zeichen und Symbol sein kann. Ein Gegenstand ist ein Zeichen, wenn er direkt auf ihn bezogene Information trägt, er hat Symbolcharakter, wenn er über sich selbst hinausweist (vgl. Richter, 2002, S. 62).
Verwendete Literatur
Laux, L. (2003/2008). Persönlichkeitspsychologie. Stuttgart: W. Kalkhammer Verlag.
Lührmann, T. (2006). Führung, Interaktion und Identität. Berlin: DUV Verlag.
Mead,G.H. (2010). Sozialpsychologie und symbolischer Interaktionismus. Berlin: Grin Verlag.
Richter,R. (2002). Verstehende Psychologie. Wien: Facultasverlags und Buchhandels AG.
Städtler,T. (1998). Lexikon der Psychologie. Stuttgart: Kröner Verlag.




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