licensing effect

Der licensing effect (übersetzt vielleicht am besten als Guthabeneffekt) beschreibt die innere Haltung bzw. das darauf fußende Verhalten eines Menschen, zuerst etwas Positives oder Gutes tun zu müssen, um dann ein späteres negatives oder schlechtes Verhalten vor sich selber zu rechtfertigen. So leistet sich man sich einen Rausch am Wochenende, weil man ja die ganze Woche abstinent gelebt hat, ein Raucher schluckt Vitamintabletten, um die damit verbundenen Mangelerscheinungen zu vermeiden oder auch das damit verbundene Krebsrisiko zu senken, was er dann als Ausgleich für sein Rauchen betrachtet. Nach amerikanischen Untersuchungen führt aber dieses Verhalten zu einer permanenten Steigerung des negativen Verhaltens, das dadurch etwa bei Drogen als Belohnung fungiert und daher wirksamer ist als der Konsum mit einem schlechten Gewissen. Dieser Effekt ist eine Art Schuld-Reduzierungsmechanismus, wie er schon im Bereich der Altruismusforschung nachgewiesen wurde, dass man durchaus den persönlichen Luxus genießen kann, wenn man zuvor irgend etwas sozial positiv Bewertetes wie eine Spende geleistet hat. Es findet sich auch eine Verwandtschaft des licensing effects zum Ablasshandel, wie er in der katholischen Kirche lange Zeit praktiziert wurde.



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