Suggestion

Suggestiv-meditative Methoden finden sich im Bereich der Psychologie in der progressiven Muskelentspannung, dem autogenen Training oder in der Meditation. Wenn man diese Techniken einmal beherrscht, sind sie jederzeit einsetzbar, z. B. vor einer wichtigen Sitzung, während einer schwierigen Auseinandersetzung, im Flugzeug etc. und können den Griff zur Beruhigungstablette ersetzen. Da alle Methoden zu einer erhöhten Wahrnehmungssensibilisierung in Bezug auf die Körpervorgänge führen, versetzen sie die Geübten in die Lage, schon auf erste Anzeichen von Stressreaktionen zu reagieren. In allen Methoden wird dem Übenden nahegelegt, sich für die Zeit der Übung von äußeren Reizen zurückzuziehen mit dem Ziel, die Aktivitäten seines Alltagslebens soweit wie möglich abzuschalten, um sich ausschließlich mit sich und seinem Körper zu beschäftigen und statt vieler Dinge nur eine Sache auf einmal zu tun, sich dieser aber ganz hinzugeben.

1. Definition
Suggestion wird in der Medizin für die bewusste oder unbewusste Beeinflussung von Patienten in mit einem emotionalen Tief eingesetzt. Eine suggestive Methode ist beispielsweise der so genannte
Placebo-Effekt, bei welchem ein in jedem Fall unwirksames Medikament als scheinbar wirksam empfunden wird. Suggestive Verfahren kommen außerdem zur Anwendung bei Hypnose oder autogenem
Training (vgl. Frank 2004, S. 145).

2. Definition
„Psychischer Vorgang, durch den ein Mensch unter weitgehender Umgehung der rationalen Persönlichkeitsbereiche dazu gebracht wird, unkritisch (ohne eigene Einsicht) Gedanken, Gefühle, Vorstellungen und Wahrnehmungen zu übernehmen“ (Peters 1997, S. 514).

3. Definition
Im Duden wird Suggestion als die bewusste Beeinflussung eines Menschen beschrieben. Ziel dieser Beeinflussung ist es, die Person zu einer spezifischen Handlung zu bewegen, ohne dass dies dieser bewusst ist. (vgl. Duden 2007, S. 782; Stichwort: Suggestion).

4. Definition
Seelische Selbst- oder Fremdbeeinflussung zur Übernahme von Gedanken, Gefühlen, Wahrnehmungen oder Handlungsabsichten (Wehrli, Both & Loosli-Hermes 2003, S. 217).

5. Definition
Der Begriff Suggestion leitet sich vom lateinischen Wort „suggere“ ab, was übersetzt „einschieben“ oder „eingeben“ bedeutet. Definiert man Suggestion als Interaktion, versteht man unter dem Begriff die Einflussnahme auf eine Person mit dem Ziel dessen Gedanken, Gefühle oder dessen Willen und seine Handlungen zu beeinflussen. Rationale Teile der Persönlichkeit werden dabei bewusst um-gangen. Grundsätzlich ist jeder Mensch in einem bestimmten Ausmaß suggestibel, also durch Suggestion beeinflussbar. Das Ausmaß der suggestiven Empfänglichkeit einer Person ist dabei einerseits von Persönlichkeitsmerkmalen wie Urteilsvermögen oder Selbstständigkeit, andererseits aber auch von Merkmalen wie Alter oder Geschlecht abhängig. Auch die gegenwärtige Situation spielt eine Rolle, da man beispielsweise unter Hypnose, in Angst oder beim Fehlen von sozialen Kontakten leichter suggestiv beeinflussbar ist (vgl. Häcker & Stapf 1998, S. 848).

Siehe auch Suggestopädie

Verwendete Literatur
Duden (2007). Duden. Fremdwörterbuch. 6. Auflage. Mannheim: Dudenverlag.
Frank, U. (2004). Neurologie und Psychiatrie. 6. Auflage. München: Urban&Fischer Verlag.
Häcker, H. & Stapf, K. (1998). Dorsch Psychologisches Wörterbuch. 13. Auflage. Bern: Hans Huber Verlag.
Peters, H. (1997). Wörterbuch der Psychiatrie und medizinischen Psychologie. Augsburg: Bechtermünz Verlag.
Wehrli, W., Both R. & Loosli-Hermes (2003). Enzyklopädie elektrophysiologischer Untersuchungen. München: Urban&Fischer Verlag.



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