Akkommodation

Akkommodation (accommodation; vom lateinischen Verbum accomodare – „anpassen“, „adaptieren“, „anlegen“, „festmachen“) – auch Akkomodation – ist in der Entwicklungspsychologie die Modifizierung eines bisher vorhandenen kognitiven Schemas, um neue Informationen integrieren zu können. Akkommodation bezieht sich nach der kognitiven Theorie Piagets auf die Anpassung kognitiver Schemata, falls eine Informationsverarbeitung mit den vorhandenen Schemata nicht erfolgreich ist. Sie steht im Gegensatz zur Assimilation und ist mit dieser im Modell der Adaptation verbunden.

Beispiel: Ein Kleinkind verfügt über ein Hunde-Schema, d. h., es kann Hunde unabhängig von Farbe, Form und Größe erkennen. Eines Tages sieht es eine Kuh und sagt Hund. Die Mutter schüttelt den Kopf und  sagt Kuh. Dieser Vorgang wiederholt sich mehrmals und schließlich hat das Kind den Unterschied zwischen Hund und Kuh gelernt. Es hat seine kognitive Struktur an die äußere Welt angepasst (akkomodiert).

Akkommodation in der Interpretation Jean Piagets bedeutet, dass ein Kind einen neuen Sachverhalt an ein vorhandenes Schema anpasst, wobei es danach anhand der Akkommodation neue Erkenntnisse verarbeitet, indem es ein bereits bekanntes Schema erweitert. So wendet sich ein Kind bei der Akkommodation davon ab, jedes vierbeinige Wesen aufgrund der optischen Ähnlichkeit als „Hund“ zu identifizieren. Das Kind legt nun weitere detaillierte Schemata an um genauer zu unterscheiden, wenn es später z.B. durch einen Tiergarten geht, sieht es eine Menge neuer Tierformen und lernt Lebewesen kennen, die lange Hälse, kleine Beine, nur zwei Beine haben etc. Mit dem „Hunde-Schema“ allein könnte das Kind diese neuen Formen nicht mehr verarbeiten bzw. assimilieren. Es muss seine bisher vorhandenen Schemata den neuen Eindrücken angleichen, muss diese akkommodieren. Die Akkommodation tritt also dann ein, wenn die Assimilation scheitert.

In der Wahrnehmungspsychologie bezeichnet die Akkommodation jenen Anpassungsvorgang, bei dem die Augenlinse ihre Form verändert, um nahe oder entfernte Gegenstände auf der Retina scharf abbilden zu können.



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