Social Computing

Social Computing ist ein neuer Ansatz der Verhaltensforschung, der untersucht, woher das menschliche Gehirn weiß, ob eine Situation normal ist oder ob gerade etwas Außergewöhnliches passiert, was erzeugt also beim Menschen „soziale Aufmerksamkeit“? Social Computing beschreibt die rechnergestützte Analyse und Modellierung solcher öffentlichen Prozesse in ihrem sozialen Kontext, die im Rahmen eines internationalen Forschungsprojekts VANAHEIM (Video/Audio Networked surveillance system enhAncement through Human-cEntered adaptIve Monitoring – WissenschaftlerInnen aus Belgien Österreich, Frankreich, Italien, Schweiz) auf Basis von Videoüberwachungsdaten ein intelligentes System entwickeln soll, das etwa automatisch Alarm auslöst, wenn z.B. in einem U-Bahn-Bereich etwas Ungewöhnliches passiert. Nach dem 11. September 2001 wurden öffentlichen Bereichen zahllose Kameras installiert, um der Angst vor Terroranschlägen und Kriminalität entgegenzuwirken, doch lässt sich die Menge an Informationen, die durch Videoüberwachung entsteht, nicht auf traditionelle Weise bewältigen. Man will dabei herausfinden, wie die Fülle der visuellen und auditiven Information besser als bisher genutzt werden kann, und ob kognitive Prozesse so modellierbar sind, dass sie automatisiert werden können. Es geht also darum herauszufinden, wie sich seltene Ereignisse beschreiben lassen. Dazu werden große Mengen von Videoaufnahmen von U-Bahn-Überwachungssystemen Probanden vorgeführt. Diese markieren die Szenen, die ihnen auffallen. Darüber hinaus wird das Blickverhalten mit den Inhalten der Szenen in Zusammenhang gebracht, um zu verstehen, was menschliche Aufmerksamkeit erregt. Die als ungewöhnlich bewerteten Szenen werden mithilfe computergestützter Bild- und Soundanalysen beschrieben, und die so gewonnenen Daten sind die Basis für die Entwicklung eines Computeralgorithmus, der wiederum in das Überwachungssystem integriert werden wird.

Link: http://www.vanaheim-project.eu/





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