Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders – DSM

Leitlinien für die Dagnostik psychische Erkrankungen liefert das in bestimmten Abständen immer wieder von der American Psychiatric Association neu veröffentlichte Verzeichnis der behandelbaren Krankheiten, das Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM). Derzeit (2010) arbeitet eine Gruppe von WissenschaftlerInnen an dieser der amerikanischen Diagnostik-Bibel (DSM-5 ) und manche Kritiker befürchten, dass dabei wieder neue Krankheiten erschaffen werden, die gar keine sind. Wurden in der ersten Ausgabe 1952 noch ein paar Dutzend Krankheiten beschrieben, sind es heute laut DSM-4 insgesamt 357 und mit DSM-5 sollen es noch mehr werden, sodass es für Menschen kaum noch möglich scheint, ohne eine psychische Störung durch das Leben zu kommen.  In vielen Ländern ist das Handbuch so mächtig, dass es als Grundlage etwa auch von Sorgerechtsentscheidungen dient oder Kriterien liefert, jemanden für schuldunfähig zu erklären.
So wurden schon durch die Neudefinition der letzten Auflage (DSM-4) Epidemien wie das Aufmerksamkeits-Hyperaktivitäts-Syndrom ADHS erschaffen. Dadurch stieg die Zahl der Kinder mit dem Zappelphilipp-Syndrom in den Jahren darauf hin enorm an, weit über die zuvor angenommenen Fallzahlen der Experten, wobei etwa in den USA etwa eine Million Kinder fälschlicherweise mit ADHS diagnostiziert wurden, nur weil sie bei ihrer Einschulung etwa jünger und damit vielleicht auch lebhafter als ihre KlassenkameradInnen waren. Die katastrophale Verbreitung von Medikamenten wie Ritalin ging damit einher.
In Europa maßgebend für die Klassifikation psychischer Störungen ist daneben auch das ICD-10 (International Statistical Classification of Diseases and Related Health Disorders, 10th Revision) der Weltgesundheitsorganisation von 1992, das als standardisierte Diagnosekriterien in der medizinischen Welt Anwendung findet, wobei hier aller Erkrankungen definiert werden.




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