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Schlafhomöostase

Schlafhomöostase bezeichnet die Regulation des Schlafs innerhalb physiologischer Grenzen, und ist ein schlafabhängiger Prozess. Die Schlafhomöostase wägt den Bedarf des Körpers nach Schlaf in Relation dazu ab, wie lange jemand schon wach gewesen ist, d. h., wenn man zu wenig schläft, produziert der Körper Adenosin, was das Schlafbedürfnis erhöht. Wenn man früh schlafen geht, wird die Schlafhomöostase verschoben, man kann schlecht einschlafen und man erwacht schon mitten in der Nacht oder am frühen Morgen. Je länger man wach ist, desto größer wird die Schlafschuld und damit die homöostatische Einschlafbereitschaft, desto tiefer und länger schläft man. Die Schlafhomöostase wird mit der Schlaflatenz, das heißt der Zeit bis zum Einschlafen erfasst. Je kürzer die Schlaflatenz, desto höher das Schlafdruck, und umgekehrt. Ein weiterer physiologischer Marker ist die langwellige Aktivität im EEG während des Schlafs.

Nimmt der Schlafdruck  während des Wachens zu, treten nach einer längeren Wachperiode vermehrt große und langsame Wellen im Non-REM-Schlaf auf, die dem Tiefschlaf entsprechen und die im Laufe der Nacht wieder abnehmen. Schlafentzug führt zu einer Erhöhung der langsamwelligen Aktivität im Erholungsschlaf, wobei der Anstieg von der vorangegangenen Wachzeit abhängig ist.

Bei Untersuchungen der Schlafhomöostase geht es darum, herauszufinden, wie es ein Organismus registrierem kann, wie lange er bereits wach ist, sowie um jene Prozesse, die Mensch oder Tier in den Schlafzustand versetzten, wenn ein bestimmtes Limit überschritten ist. Von Neugeborenen wird die Schlafhomöostase in den erstenLebensmonaten erlernt, denn das Kind unterliegt noch keiner Schlafschuld, sodass ein längeres Wachhalten um einen tieferen Schlaf zu erreichen sinnlos ist. Das Neugeborene kennt noch kaum REM-Schlafphasen, wobei das individuelle Schlafbedürfnis sehr unterschiedlich ausgeprägt ist und daher individuell ermittelt werden muss. Kinder mit geringem Schlafbedürnis weisen einen raschen Abbau der Schlafschuld auf, wobei der Rhythmus noch stark vom Bedürfnis nach Nahrung geprägt ist.

Alkohol ist bekannt dafür, ein gutes Einschlafmittel zu sein, und viele Menschen trinken Alkohol, um besser einschlafen zu können. Untersuchungen zeigen, dass Alkohol tatsächlich den Schlaf besser einleitet, indem er die Schlafhomöostase unter Druck setzt, doch durch die Veränderung der Schlafhomöostase verschiebt sich die Schlafperiode, doch der Schlaf kann leichter unterbrochen werden. Übrigens zeigt sich bei akutem Alkoholentzug eine deutliche Zunahme der Schlaflosigkeit mit einer Reduktion des REM-Schlafs und der Nicht-REM-Schlafphasen, was schlaflosigkeitsähnliche Symptome verursacht, d. h., es erfolgte eine Beeinträchtigung der  Schlafhomöostase.

Literatur

http://blog.osteopathie-am-killesberg.de/schlafverhalten-schreien-kleine-kinder (17-11-21)

 



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