Konfabulation

Eine Konfabulation bezeichnet das Ausfüllen von Erinnerungslücken mit spontan wechselnden Einfällen, die für tatsächlich Erlebtes gehalten werden, wobei charakteristischerweise bei mehrmaligem Nachfragen immer andere Inhalte für die gleiche Erinnerungslücke angeboten werden.  Manche Konfabulationen beruhen schlicht auf falschen Wahrnehmungen, andere aber auch auf Fehlfunktionen des Gedächtnisses, etwa wenn jemand mehr Informationen aus seinem Gedächtnis abrufen möchte als tatsächlich vorhanden sind, was nicht immer in der Absicht der Lüge geschehen muss. Sie werden oft von älteren Menschen praktiziert, die damit von bereits vorhandenen Gedächtnislücken ablenken möchten. Oft versuchen Betroffene solche Lücken durch das Reden zu füllen und bemerken selber nicht, dass sie oft unglaubwürdig werden.

Eine spezielle Variante beruht auf dem Versuch, die aufkommenden Gedanken je nach ihrem Bezug zu einer aktuellen Situation anzupassen. Eine wichtige Rolle spielen Konfabulationen in der Aussagepsychologie, in der untersucht wird, inwieweit etwa Zeugenaussagen in einem Gerichtsprozess die Wahrheit widerspiegeln.

Konfabulationen treten häufig beim amnestischen Syndrom (Wernicke-Korsakow-Syndrom) sowie auch beim Delir auf. Im klinischen Bereich bestehen spontane Konfabulationen häufig aus losen Assoziationen und teilweise bizarren Einfällen, die von den Betroffenen als authentische Erinnerung wahrgenommen und teilweise mit großer Überzeugung vorgetragen werden. Die Basis dieser Schädigung liegt in vielen Fällen im orbitofrontalen Cortex.





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