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radikaler Konstruktivismus

Der radikale Konstruktivismus ist ein erkenntnistheoretisches Konzept, das intrapsychische, kognitive Prozesse als Quelle der Wirklichkeitskonstruktionen analysiert und  das Prinzip der Autopoiesepostuliert, d. h., lebende Systeme werden letztlich als sich selbst erzeugende und sich von der Umgebung abgrenzende Einheiten aufgefasst. Grundgedanke radikal konstruktivistischen Denkens ist, dass Information  nicht passiv aufgenommenwird, sondern nur wirkt als des Systems Störung. Der radikale Konstruktivismus steht letztlich für den erkenntnistheoretischen Ansatz, dass Menschen die Wirklichkeit subjektiv erfinden im Sinne von konstruieren und nicht objektiv entdecken.

Der radikale Konstruktivismus verknüpft dabei Grundgedanken Immanuel Kants u.a. mit der modernen Gehirnforschung und lehrt, dass die von Menschen wahrgenommene Außenwelt nur ein Konstrukt bzw. eine Konstruktion des aktiven Gehirns ist. Wir wissen daher nicht, wie die Welt wirklich ist, da die Wahrnehmung nur nach den biologisch gegebenen Gehirnverknüpfungen in unserer Phantasie entsteht. Der Konstruktivist stützt sich dabei darauf, dass die naturwissenschaftliche Hirnforschung zeigt, dass das Gehirn bei der Wahrnehmung der Außenwelt diese nicht so erkennt, wie sie wirklich ist, vielmehr konstruiert das Gehirn gesteuert von Nervenimpulsen selbst diese Wahrnehmung. Das gilt natürlich nicht nur für wahrgenommene Dinge der Außenwelt wie Häuser, Menschen, Steine, Bäume oder Autos, sondern auch für das Gehirn selbst.

Literatur

Stangl, W. (1989). Das neue Paradigma der Psychologie. Die Psychologie im Diskurs des Radikalen Konstruktivismus. Braunschweig: Friedr. Vieweg & Sohn.
Stangl, W. (2018). Stichwort: ‚Konstruktivismus‘. Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik.
WWW: http://lexikon.stangl.eu/194/konstruktivismus/ (2018-10-14)

 



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