Um den vollen Funktionsumfang dieser Webseite zu erfahren, benötigen Sie JavaScript. Hier finden Sie die Anleitung wie Sie JavaScript in Ihrem Browser einschalten.

Prosozialität

Prosozialität bezeichnet interaktives Handeln, das mit der Absicht ausgeführt wird und zum Wohlergehen eines anderen Menschen beitragen soll, d. h., einer konkreten Person eine Wohltat erweist, wobei der Akteur meist aus freien Stücken handelt. Prosozial ist daher ein Verhalten, das für den Handelnden in irgendeiner Form kostspielig ist, das aber anderen entweder individuell oder als Gruppe Vorteile bringt.

Als Voraussetzung für Prosozialität bzw. prosoziales Handeln gilt Empathie, wobei Prosozialität als spezielle Form des Altruismus einen Aspekt der menschlichen Persönlichkeit darstellt und ein breites Spektrum sozialer und auch wirtschaftlicher Entscheidungen und Ergebnisse beeinflusst. 1980 wurde unter den neuen Skalen im Freiburger Persönlichkeitsinventar neben Lebenszufriedenheit, Leistungsorientierung, Beanspruchung und Gesundheitssorgen auch Prosozialität aufgenommen, und auch klassische Modelle der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften betrachten dabei Prosozialität oft als stabile Präferenz.

Während altruistisches Verhalten meist eher rein intrinsisch motiviertes Helfen bezeichnet, also das Helfen um des Helfens willen, macht der Begriff Prosozialität bzw. prosoziales Verhalten keinen Unterscheidung zwischen subjektiven Beweggründen und äußerem Verhalten, sondern Prosozialität bezieht sich nur auf das Verhalten an sich, sieht also alles, auch die eigennützige Hilfeleistung als prosozial an.

Untersuchungen (Böckler et al., 2018) zeigen übrigens, dass menschliche Prosozialität formbar ist und dass verschiedene Facetten der Prosozialität durch verschiedene Arten mentaler Trainings systematisch erhöht werden können. Der Aufwand dafür ist dabei nicht sehr groß, denn das dafür entwickelte Training besteht im Wesentlichen aus kurzen täglichen Praktiken, die leicht im Alltag umgesetzt werden können. Über neun Monate hinweg haben ProbandInnen an verschiedenen Formen meditations-basierter mentaler Trainings teilgenommen, wobei es in einem ersten Modul darum ging, die Aufmerksamkeit und das Körperbewusstsein zu schärfen, ähnlich wie das in Programmen zum Achtsamkeits-basierten Stressabbau geübt wird. In einem zweiten Modul (Affektmodul) standen sozioaffektive Fähigkeiten wie Mitgefühl, Dankbarkeit und prosoziale Motivation im Mittelpunkt, während im dritten Modul der flexible Blick auf sich selbst und andere sowie die Fähigkeit, einen Perspektivwechsel zu unternehmen, geschult wurde. Die Ergebnisse zeigten, dass nur das zweite Modul in der Lage war, einen direkten Einfluss auf die Motivation der Teilnehmer auszuüben, altruistischen Verhaltensweisen nachzugehen. Diese verhielten sich nach den Trainingseinheiten beispielsweise großzügiger, waren zu mehr spontaner Hilfe bereit und spendeten höhere Beiträge an gemeinnützige Organisationen.

Literatur

Böckler, Anne, Tusche, Anita, Schmidt, Peter & Singer, Tania (2018). Distinct mental trainings differentially affect altruistically motivated, norm motivated, and self-reported prosocial behaviour. Scientific Reports, 8, doi:10.1038/s41598-018-31813-8.
ID – Böckler2018
Fahrenberg, J., Hampel, R. & Selg, H. (1989, 1994). Freiburger Persönlichkeitsinventar (FPI) Revidierte Fassung FPI-R und teilweise geänderte Fassung FPI-A1. Göttingen: Hogrefe.
Stangl, W. (2012). Das Freiburger Persönlichkeitsinventar – FPI. [werner stangl]s test & experiment.
WWW: http://testexperiment.stangl-taller.at/testbspfpi.html (2012-10-11)



Falls Sie in diesem Beitrag nicht fündig geworden sind, können Sie mit der folgenden Suche weiter recherchieren:


Das Lexikon in Ihren Netzwerken empfehlen:

Weitere Seiten zum Thema



You must be logged in to post a comment.



Diese Seiten sind Bestandteil der Domain www.stangl.eu

© Werner Stangl Linz 2018