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Urbach-Wiethe-Syndrom

Das Urbach-Wiethe-Syndrom ist eine genetisch bedingte Krankheit, bei der es zu einer selektiven Verkalkung von Gefäßen innerhalb der Amygdala kommt – einem Teil des limbischen Systems, sodass das Gefühl für Gut und Böse verschwindet und dadurch das Gespür für Relevantes und Irrelevantes. Gespräche mit Betroffenen haben etwas Surreales: Die Kranken ignorieren die Kernpunkte und beißen sich an zufällig ausgewählten Banalitäten fest. Ihnen fehlt also der normalerweise vorhandene Gefühlssinn dafür, was sich zu merken lohnt (Stangl, 2016).

Das Urbach-Wiethe-Syndrom beginnt bereits in der Kindheit mit der Ablagerung lipidhaltiger Substanzen in Haut und Schleimhäuten. Daneben zeigen sich Heiserkeit verursacht durch Ablagerungen im Kehlkopfbereich und Hauterscheinungen in Form von gelblich-weißlichen oder mehr hautfarbene, knötchenförmige Einlagerungen. Zudem finden sich Schleimhautveränderungen in typischer Weise in der Mundhöhle und im Rachen.

Der Ausfall der Strukturen der Amygdala führt neben Einschränkungen des Gefühlslebens und Sozialverhaltens auch zu Gedächtnisstörungen, wobei die Betroffenen Schwierigkeiten haben, sich die emotionale Bedeutung von Gesichtsausdrücken zu erschließen. Die mangelde Integration emotionaler Signale stört die soziale Interaktion und führt zu Schwierigkeiten bei Gesprächen und im Sozialverhalten. Die Folge davon können Ausgrenzung, soziale Diskriminierung, Rückzug in die Privatsphäre, Versagen in der Schule und im Beruf, Schwierigkeiten in der Partnerschaft, Isolation und Einsamkeit sein.

In Psychopathengehirnen lässt manchmal auch dieses Urbach-Wiethe-Syndrom nachweisen.

Literatur

Stangl, W. (2016). Gehirn, Gefühle und Emotionen. [werner stangl]s arbeitsblätter.
WWW: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/GEHIRN/GehirnEmotion.shtml (2016-10-05)
https://de.wikipedia.org/wiki/Urbach-Wiethe-Syndrom (2016-10-05)



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