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Festhaltetherapie

Die Festhaltetherapie bezeichnet eine umstrittene und daher nicht anerkannte Form der Psychotherapie, bei der durch intensives aggressionsfreies Festhalten Bindungsstörungen aufgelöst werden sollen. Die Therapie wurde ursprünglich für Menschen mit geistiger Behinderung, Autismus, Verhaltensauffälligkeiten oder psychischen Störungen entwickelt, bei denen angenommen wird, dass die Bearbeitung einer Bindungsstörung therapeutisch hilfreich sein kann.

Kinder werden dabei von einer engen Bezugsperson, selten auch von TherapeutInnen, in einer Umarmung festgehalten. Der Festhaltende hat die Aufgabe, sämtliche in Erscheinung tretenden Erregungszustände und aggressiven Gefühlsäußerungen achtsam zu begleiten und gegebenenfalls zu verstärken. Da die Therapie im weitesten Sinne Gewalt gegenüber den behandelten Menschen umfasst, kann sie neben aller juristischen Bedenklichkeit auch psychisch traumatisierend wirken und ist daher auch aus diesem Grund problematisch. Das Verfahren ist nach Ansicht von Experten auch nicht mit wissenschaftlichen und psychotherapeutischen Grundsätzen vereinbar.

Bei Erwachsenen wird diese Form des Festhaltens in manchen therapeutischen Settings als gegenseitige Umarmung solange durchgeführt, bis in dieser Konfrontation zuerst schmerzliche Gefühle, aggressive Impulse oder Ängste auftauchen und ausgedrückt werden, und dann solange weitergeführt, bis sich die negativen Gefühle auflösen und das Festhalten zur liebevollen Umarmung wird.

Die Therapie wurde ursprünglich mit Unterstützung des Verhaltensforschers und Nobelpreisträgers Nikolaas Tinbergen für Kinder mit Bindungsstörungen entwickelt und wird heute auch im Rahmen der Familientherapie bei Erwachsenen angewendet.

Literatur

Prekop, Irina (1992). Festhalten und Festhaltetherapie. In Susanne Fikar (Hrsg.), Körperarbeit mit Behinderten. Stuttgart: Wittwer Verlag.



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